Meinung

Coronavirus: Wieder ist in den Halterner Praxen Geduld gefragt beim Impfen

Die Halterner sind vorbildlich, was das Impfen angeht, heißt es aus den Arztpraxen. Nicht so vorbildlich ist die Kommunikation zwischen Stiko, Politik und Ärzteschaft - mit Folgen für Patienten.
Ein Helfer bereitet Impfstoff gegen Covid-19 von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Wer mit dem Vektor-Impfstoff von Johnson&Johnson geimpft wurde, hieß es kürzlich ganz offiziell von der Ständigen Impfkommission (Stiko), der könne sich nun mit einem mRNA-Impfstoff (Moderna/Biontech-Pfizer) impfen lassen. Das würde den Schutz vor dem Coronavirus verbessern. Die Stiko bewertete den Schutz des Impfstoffs als „ungenügend“, weil im Verhältnis zur Zahl der verimpften Dosen die Zahl der Impfdurchbrüche bei Johnson&Johnson-Geimpften am höchsten ist. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist, dass Experten gleichwohl sagen, dass das Risiko, ernsthaft zu erkranken, auch mit diesem Impfstoff gering sei.

Trotzdem ist es ein Schlag für diejenigen, die gehofft hatten, sich mit der Einmaldosis von Johnson&Johnson schnell und unkompliziert zu immunisieren. Viele Jüngere und Menschen mittleren Alters sind davon betroffen.

Wenn sie jetzt hören, dass aufgrund fehlender Informationspolitik die Arztpraxen kurzfristig nicht genügend Impfstoff vorrätig haben, wird es unter Umständen ihre Bereitschaft zur Nachimpfung nicht unbedingt steigern.

Bis zu zwei Wochen Wartezeit geben die Praxen derzeit an, bis die bestellten Impfstoffe geliefert werden. Das ist nicht ihre Schuld. Ein fatales Signal ist es trotzdem. Um das Virus in den Griff zu bekommen, müssen Lieferketten und Kommunikation optimiert werden.