Darum gibt es keine Gelbe Tonne in Haltern

Stadt erklärt

Die schief gelaufene Grundverteilung der Gelben Säcke hat dazu geführt, dass sich viele Bürger auf der Facebook-Seite der Halterner Zeitung und am Telefon darüber beschwert haben. Dabei wurde eine Frage immer wieder gestellt: Warum gibt es in Haltern am See eigentlich keine Gelben Tonnen? Wir haben bei der Stadt nachgefragt.

HALTERN

, 10.03.2016, 17:53 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Einführung der Gelben Tonne würde in Haltern 400.000 Euro kosten.

Die Einführung der Gelben Tonne würde in Haltern 400.000 Euro kosten.

"Bei der damaligen Einführung des Dualen Systems ist seinerzeit eine politische Entscheidung zugunsten einer Sacksammlung gefallen", erklärt Stadtsprecher Georg Bockey auf Anfrage. Zwar wurde danach die Sammlung der Verpackungsabfälle durch Sack oder Tonne immer wieder in der Gebührenkommission beraten, die mit den im Rat vertretenen Fraktionen besetzt ist, "aber aufgrund der zu erwartenden hohen Kosten wurde stets empfohlen, die Sacksammlung in der bestehenden Form in der Stadt Haltern beizubehalten", so Bockey.

Kosten: 400.000 Euro

Wie hoch wären die Kosten bei Einführung der Gelben Tonne? "Im Stadtgebiet sind circa 11700 Restmüllgefäße aufgestellt. Unterstellt man die gleiche Anzahl Gelber Tonnen, dann belaufen sich die grob geschätzten Kosten für die Anschaffung und Auslieferung erforderlicher Gefäße auf circa 400.000 Euro", rechnet Bockey vor.

Ob die Bürger nach einer Einführung der Gelben Tonnen höhere Müllgebühren zahlen müssten, sei derzeit unklar: Es gebe noch so viele unklare Details, insbesondere wegen der möglichen Auswirkungen des noch fehlenden Wertstoffgesetzes auf die Sammlung von Verpackungsabfällen, dass die Frage nach eventuellen Gebühren im Falle der Einführung "zurzeit nicht seriös beantwortet werden" könne, so Bockey.

Diskussion in Berlin

Um das Wertstoffgesetz wird derzeit auf Bundesebene gestritten. Zurzeit liegt ein Arbeitsentwurf des Bundesumweltministeriums vom 27. Oktober 2015 über das Gesetz vor (siehe Info-Kasten). Dieser Entwurf wird in der vorgelegten Fassung von mehreren Bundesländern - darunter auch Nordrhein-Westfalen - sowie von den kommunalen Spitzenverbänden abgelehnt.

Bisher zahlen die Halterner für die Gelben Säcke, die Verteilung und Abholung des gelben Mülls nicht einen Cent. Die Finanzierung erfolgt über Lizenzgebühren, die schon beim Kauf von Produkten mit dem Grünen Punkt durch den Käufer geleistet werden.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte im Oktober 2015 einen Arbeitsentwurf für ein neues Wertstoffgesetz vorgelegt. Im Kern sieht es vor, nicht nur Plastik und Verpackungen in Gelben Tonnen oder Säcken zu sammeln. „In der Wertstofftonne können nicht nur Verpackungen, sondern auch andere Haushaltsabfälle aus Kunststoff und Metall gesammelt werden, zum Beispiel Kleiderbügel und kaputte Bratpfannen“, erklärte Hendricks damals. Ziel der Ministerin ist es, dass mindestens 72 Prozent der Kunststoffabfälle im Haushaltsmüll als Rohstoff weiterverwendet werden. Zurzeit sind es 36 Prozent.

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