Defibrillatoren für den Kampf gegen plötzlichen Herztod

HALTERN Die Physiotherapiepraxis Physio Topp/Reactivo engagiert sich im Kampf gegen den plötzlichen Herztod, hat einen halbautomatischen Defibrillator angeschafft und das komplette Team vom Malteser Hilfsdienst (MHD) im Umgang mit dem Gerät schulen lassen.

von Von Elke Rüdiger

, 19.05.2008, 13:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Matthias Mersmann (l., Malteser Hilfsdienst) unterweist Ralf und Claudia Köster in die Handhabung des halbautomatischen Defibrillators.

Matthias Mersmann (l., Malteser Hilfsdienst) unterweist Ralf und Claudia Köster in die Handhabung des halbautomatischen Defibrillators.

Der plötzliche Herztod zählt  in den Industrieländern zu den häufigsten Todesursachen. Bis die Rettungsdienste eintreffen, ist das Zeitfenster für eine erfolgreiche Wiederbelebung oft überschritten.

Appell an Geschäftsleute

Doch allein die Anschaffung eines solchen Gerätes reicht den Praxis-Inhabern nicht. Sie appellieren an die Geschäftsleute in der Innenstadt, es ihnen nachzumachen – um wenigstens im Stadtkern eine flächendeckende Erste Notfallhilfe zu gewährleisten. „Wir sind schon in die Situation gekommen, Hilfe zu leisten“, berichtet Claudia Köster. „Man möchte nicht von Zweifeln gequält werden, ob man alles getan hat.“ Auch ihren Mitarbeitern wollen sie ein sicheres Gefühl geben, dass sie im Notfall aktiv werden können. Aufgrund ihrer Arbeit sei die Wahrscheinlichkeit größer, Erste Hilfe leisten zu müssen.

Innenstadtbereich ausstatten

„Unsere Patienten und Kunden können Herz-Kreislauf- oder Rhythmusstörungen haben. Als Gesundheitsanbieter sehen wir uns in der Pflicht, mit positivem Beispiel voranzugehen“, ergänzt Ralf Köster. Dem Topp-Team ist klar, dass es bei Notfällen in der Nachbarschaft, Fußgängerzone, Stadtbücherei oder Verwaltung gerufen werden könnte, um schnell und richtig zu helfen. „Wir hoffen, dass andere Geschäftsleute unserem Beispiel folgen. Außerdem sollte man daran denken, dass es jeden von uns treffen kann. Und würde sich nicht jeder wünschen, die größtmögliche Hilfe zu erhalten?“, appelliert Köster.

Kosten und Schulung

Die Kosten (ca. 500 bis 1000 Euro) für die Anschaffung des Gerätes, so Ralf Köster, trage man selbst. Es bestehe aber die Möglichkeit, dieses Gerät mit mehreren gemeinsam anzuschaffen und somit vielleicht eine Abdeckung zumindest des Innenstadtbereiches zu erreichen. Die Kosten der Schulung würden von der Berufsgenossenschaft in bestimmten Zeitabständen übernommen.

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