Deichbau verschiebt sich ein weiteres Mal

Lippeverband

Erst in der zweiten Jahreshälfte und nicht, wie angekündigt, im Frühjahr beginnt der Deichbau zwischen Lippramsdorfer Straße und Oelder Weg. Diese Zeitverschiebung begründet der Lippeverband mit einem aufwendigen Verfahren. Eine Frage bleibt unbeantwortet.

HALTERN

, 13.02.2015 / Lesedauer: 2 min
Deichbau verschiebt sich ein weiteres Mal

Die Bagger sind am Lippedeich angerückt.

Die europaweiten Ausschreibungen der Arbeiten erfolgen erst in Kürze. Vom Angebot bis zur Submission und schließlich der Auftragsvergabe vergehen noch Monate. „Alles benötigt seine Zeit, deshalb rechnen wir als Verband nicht mit einem Baustart vor Juli“, erklärte ein Verbandssprecher aus Essen. Eigentlich sollten die Arbeiten schon Mitte 2014 ausgeschrieben werden.

Die Frage, die die Lippramsdorfer brennend interessiert, bleibt weiter unbeantwortet: Auf welchem Wege kommen die Berge an Material zur Baustelle? „Die Transportwege werden erst im Rahmen der Ausschreibung geklärt. Das ist natürlich eine Sache des Wettbewerbs“, sagte dazu der Verbandssprecher.

Mehrere Wege möglich

Allein für den Deichabschnitt in Lippramsdorf und die Aue müssen 870.000 Kubikmeter Boden herangeschafft werden. Der Lippeverband favorisiert eine Anlieferung über den Hafen von Auguste Victoria in Marl und dann über eine 150 Meter lange, den Kanal querende Bandbrücke.

Alternative ist der Einsatz von LKW über die Autobahn 43, B 58 und Lippramsdorfer Straße. Mit 64 LKW pro Stunde würde das zu einer großen Verkehrsbelastung führen. Letztlich entscheidet sich diese Frage über Geld: Die günstigste Variante erhält den Zuschlag.

Europaweit die Höchsten

Die Deiche ragen schon jetzt bedingt durch die Bergsenkungen bis zu 12 Meter über Gelände auf. Deiche mit einer solchen Höhe gibt es in Deutschland nur in Bergsenkungsgebieten, die Flussdeiche an der Lippe sind die höchsten in Europa.

Weil die Schutzwälle gegen Hochwasser in Lippramsdorf und Marl als nicht mehr sicher gelten, werden sie für mindestens 90 Millionen Euro neu gebaut. Diskussionen und Verfahren laufen seit 2006.

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