Der Biko-Markt in Haltern-Lavesum wird im Juni komplett abgerissen

rnGastronomie-Abschied

Das Ausflugslokal Biko-Markt hat seit Ende 2018 geschlossen, das endgültige Ende ist eingeläutet: Der Abriss ist in Auftrag gegeben. Für das Grundstück gibt es ein neues Konzept.

Lavesum

, 26.05.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit 1956 genossen Halterner und Ausflügler von Nah und Fern einen Besuch im Biko-Markt, einem umstrukturierten, rund 100 Jahre alten Bauernhof inmitten des Halterner Ortsteils Lavesum. 2018 war Schluss, wirtschaftlich rechneten sich Gastronomie, Bäckerei und Metzgerei nicht mehr. Die Gebäudesubstanz war so schlecht, dass letztlich nach intensiven Überlegungen nur ein Abriss in Frage kam.

„In zwei bis drei Wochen wird das Bauunternehmen Mertmann mit den Arbeiten beginnen“, erklärte Eigentümer Meinrad Wessel. Der Abriss ist gut vorbereitet, in den letzten Wochen wurden die Gebäude bereits vollständig entkernt.

Gespräche mit der Stadt

Das große Grundstück an der Ecke Merfelder Straße / Rekener Straße bleibt nicht brach liegen. Hier sei, so Meinrad Wessel, Wohnbebauung geplant. Zurzeit liefen die Abstimmungen mit der Stadt. Einen Bebauungsplan gibt es für diesen Bereich im Kern des Dorfes nicht. In direkter Nachbarschaft dazu entstand gerade der mehrgeschossige Kastanienhof mit Wohnungen, Appartements und Gewerbeeinheiten.

Die Nachricht vom Ende des Biko-Marktes hatte die Lavesumer allgemein betrübt. Ihnen fehlt ein wichtiger Treffpunkt - und wenn Anfang 2020 das Haus Eggebrecht schließen wird, hat Lavesum direkt im Ortskern keine Kneipe mehr.

Drei Generationen betrieben den Biko-Markt

Der Biko-Markt gehörte einst den Großeltern von Meinrad Wessel. Sie bewirtschafteten einen klassischen Bauernhof. Erst als Familie Hiltrop das Anwesen pachtete, änderten sich die Strukturen. Familie Hiltrop verkaufte zunächst Schinken, Kartoffeln und Brot, später baute sie die Gebäude zu einem Restaurant mit Metzgerei und Bäckerei aus.

Drei Generationen lang führten sie den Betrieb, überzeugten mit gutbürgerlicher Küche sowie Qualitätsprodukten aus dem Münsterland und westfälischen Spezialitäten. Im März 2016 übernahm Max Schmitz, Koch und Mit-Geschäftsführer vom „Tannenhäuschen“ am Hennewiger Weg den Betrieb, Ende 2018 gab er wieder auf. Weder er noch Meinrad Wessel sahen in der Gastronomie an dieser Stelle eine Zukunft. Renovierungsstau, mangelnder Brandschutz und hohe Energiekosten hatten sich zu Belastungen aufgestaut, die nicht mehr zu stemmen waren.

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