Reinhold Wieschus, Vorsitzender des Heimatvereins Lippramsdorf, ist überzeugter Lippramsdorfer und engagiert sich mit Leidenschaft für den Ortsteil. © Andreas Hofmann
Heimatgeschichten

Der Lippramsdorfer Reinhold Wieschus ist ein engagierter Heimatbewahrer

Reinhold Wieschus ist Vorsitzender des Heimatvereins Lippramsdorf und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Vergangene zu bewahren. Er sagt: „Brauchtum gibt mir emotionale Sicherheit.“

Heimatvereine haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an Vergangenes aufrecht zu erhalten und zu bewahren. So auch der Heimatverein in Lippramsdorf. Reinhold Wieschus ist der Vorsitzende des Vereins und damit Mitbewahrer der Vergangenheit. In unserer Serie „Heimatgeschichten“ stellen wir ihn vor.

Wieschus ist seit vierzig Jahren ein echter Lippramsdorfer. Geboren in Stadtlohn und aufgewachsen in der Nachbarstadt Marl, fand er hier in Lippramsdorf seine Heimat.

Für ihn ist klar: „Heimat ist da, wo ich wohne, der Ort, wo ich mich wohl fühle.“

Da definiert jeder seinen Heimatbegriff anders, sieht ihn geografisch oder emotional. Für ihn hat das Brauchtum an dem Ort, an dem er wohnt, viel damit zu tun. Brauchtum gibt ihm eine emotionale Sicherheit, ein Zugehörigkeitsgefühl. Institutionen wie die Schützenvereine, die freiwillige Feuerwehr oder der Kirchenchor sind da Pfeiler und Garanten.

Maibaumfest, Erntedank und Landjugendarbeit

Auch der Heimatverein Lippramsdorf zelebriert jedes Jahr das Brauchtum mit dem Aufstellen des Maibaumes am 1. Mai. Dann steht, außer in der Coronakrise, das ganze Dorf unter dem Baum und zeigt Heimatverbundenheit. Das Erntedankfest, mit der Darbietung der Ernte mit ihren Früchten ist ihm ebenso wichtig wie die Arbeit der Landjugend. Da investieren die Mitglieder des Vereins viel Zeit und zeigen, dass Brauchtum für sie eine Herzensangelegenheit ist.

Reinhold Wieschus sieht sich als Mitbewahrer der Vergangenheit.
Reinhold Wieschus sieht sich als Mitbewahrer der Vergangenheit. © Andreas Hofmann © Andreas Hofmann

Wenn es um die Pflege alten Brauchtums und die Bewahrung der Heimat geht, bewegt sich Wieschus zusammen mit seinen Mitstreitern mit offenen Augen durch Lippramsdorf. Zur Wahrung seiner Heimat hat er sich dem Heimatverein angeschlossen. Die Bewältigung der Bewahrung, das weiß Wieschus, kann man nicht allein machen.

„Vor 30 Jahren haben Ehrenamtliche das Heimathaus umgebaut“, erzählt er und zeigt das Gebäude. Stolz führt er durch die Räume, hier ein alter Ofen, eine alte Schreibmaschine oder Textilien aus Blaudruck. Altes gebrauchtes Geschirr mit kleinen Fehlern ist einzigartig. Bilder zeigen die Vergangenheit.

Ausstellungsraum der Romantik

Das Heimathaus ist für ihn ein Ort der Geselligkeit, gleichzeitig Ausstellungsraum der Romantik, denn die Zeit mit Pferd und Wagen ist längst vorbei. Zudem: „Wir schauen nach Leuten mit alten Handwerkskünsten, damit diese dies für die nächste Generation weiterführen“. Da wird die Geschichte des Ortes erforscht und festgehalten für nachfolgende Generationen.

Besonders hat es ihm die Landschaft und die damit verbundene Ruhe angetan. „Ich brauche drei Minuten mit dem Fahrrad und dann bin ich im Wald“, erzählt der engagierte Heimatbewahrer. „Hier ist es beschaulich anders als in einer Großstadt. Es gibt die Nachbarschaft, beim Einkaufen trifft man die Leute aus dem Dorf. Es ist genügend Zeit für ein Schwätzchen.“ Wenn Wieschus im Urlaub ist, fehlt ihm die perspektivische Heimat. Kommt er zurück, erkennt er, dass er in seiner Heimat ist, zuerst am Förderturm des Schachtes 8. „Dann weiß ich, ich bin wieder zu Haus.“ Heimweh kennt er nicht, kann sich aber durchaus vorstellen, dass Andere eine Sehnsucht haben.

„Heimat“, das weiß Wieschus, „hat für viele mit Romantik zu tun und das Beschauliche gehört auch dazu.“

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