Deshalb gibt es in Haltern keine Feuerwehrtaucher

Nach Badeunglück

Zwei junge Männer sind am Sonntag im Halterner Silbersee ertrunken - nach 25 Minuten waren die ersten Taucher aus Dülmen vor Ort. Doch der Chef der Halterner Feuerwehr sagt: "Die Wasserrettung in Haltern ist ganz gut aufgestellt". Wir haben nachgehört, warum es in der Seestadt keine Feuerwehrtaucher gibt.

HALTERN

, 11.07.2017, 17:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Taucherstaffel der Feuerwehr Dorsten bei einem Einsatz an der Halterner Lippe.

Die Taucherstaffel der Feuerwehr Dorsten bei einem Einsatz an der Halterner Lippe.

„In Dorsten gibt es seit vielen Jahren die Taucherstaffel, da sind schließlich auch Lippe und Kanal“, sagt Kreisbrandmeister Robert Gurk. In Haltern kommen noch zwei Badeseen und viele kleinere Gewässer dazu. Aus Kostengründen stand die einzige Staffel des Kreises in Dorsten bereits auf der Kippe, „wir wollten aber auf jeden Fall im Kreis eine Taucherstaffel haben.“ Deshalb bezuschusst der Kreis Recklinghausen die Stadt Dorsten aktuell mit 12.000 Euro jährlich. Für die Stadt allein wäre das zu teuer.

„Die Feuerwache Haltern hat auch gar nicht genug Personal dafür“, sagt Gurk. Für einen Einsatz brauche man mindestens vier Taucher, die aufeinander Acht geben. Die Halterner Wache ist rund um die Uhr mit nur drei Hauptamtlichen besetzt. Würde man vier Taucher nur für diesen Zweck bezahlen, koste das im Jahr eine Million Euro. Deshalb sind sie im regulären Dienst auch normale Feuerwehrleute. Bei einem Notfall im Kreisgebiet sei immer die Dorstener Staffel sowie eine aus Dortmund oder Gelsenkirchen im Einsatz, so Gurk.

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„Innerhalb kürzester Zeit sind so immer mindestens acht Taucher vor Ort“, sagt auch Werner Schulte, Leiter der Halterner Feuerwache: „Damit ist die Wasserrettung in Haltern ganz gut aufgestellt.“ Außerdem hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ehrenamtliche Taucher in Haltern, unterstützt von einer Gruppe aus Dülmen. Die Dülmener waren am Sonntag innerhalb von 25 Minuten am Silbersee, kurz danach kam die Halterner Gruppe an. „Die müssen aus der Freizeit erst an der DLRG-Unterkunft ihr Material holen“, so Robert Gurk: „Da sind 25 Minuten schon eine gute Zeit.“ Gefunden wurden die beiden leblosen Männer von DLRG-Schnorcheltauchern.

Die Überlebenschancen hängen immer von Wassertemperatur und Gesundheitszustand des Schwimmers ab. Menschen können auch nach 20 Minuten ohne Sauerstoff noch wiederbelebt werden. Auf die Frage, ob er eine Feuerwehr-Taucherstaffel in Haltern fordert, sagt Silbersee-Geschäftsführer Dr. Eberhard Geisler: „Das wäre eine sehr große Forderung. Sicherheit sollte keine Sache des Geldes sein, aber die Verhältnismäßigkeit muss doch stimmen.“

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