Meinung

Die Attraktivität vieler Ausbildungsberufe muss gesteigert werden

Mit herausragenden Ergebnissen hat es ein Halterner Azubi auf die Bestenliste der IHK-Prüfungen geschafft. Andere Branchen hingegen kämpfen mit Nachwuchsproblemen.
Die meisten Beschäftigten in Friseursalons arbeiten für einen Niedriglohn. © picture alliance/dpa

Yannik Vogt aus Haltern ist ein Musterbeispiel eines Auszubildenden, er ist ein wahrer Glücksgriff für das Autohaus Borgmann. Statt zu studieren, entschied er sich nach dem Abitur für eine Ausbildung. So geht es immer mehr Schulabsolventen, die statt bloßer Theorie lieber direkt in die Praxis einsteigen wollen. Auch auf Kreisebene ist diese Entwicklung zu beobachten (wir berichteten). Nicht nur ist die Ausbildung insgesamt anspruchsvoller, auch die Karriere-Chancen sind vielfältiger geworden.

Viele Betriebe ermöglichen ihren Mitarbeitern parallel zur oder anschließend an die Ausbildung ein berufsbegleitendes Studium. Die Beliebtheit zeigt sich auch in Zahlen: Im Kreis gab es zum aktuellen Ausbildungsjahr 4.772 Ausbildungsplatzbewerber und 3.413 gemeldete Ausbildungsstellen. Eine erfreuliche Entwicklung, die sicherlich auch den Anstrengungen der Unternehmen geschuldet ist.

Es gibt aber auch die Schattenseite: Im Handwerk, zum Beispiel bei Friseuren und im Lebensmittelhandwerk, ist es schwieriger, Nachwuchs zu finden. Hier muss etwas getan werden, damit diese wichtigen Berufe attraktiver für junge Leute werden. Die im Vergleich zu anderen Branchen nicht gerade üppigen Löhne, Arbeitszeiten und geringere Aufstiegsmöglichkeiten könnten Gründe für die geringe Anziehungskraft sein. Das muss auch eine Aufgabe für die neue Ampelkoalition sein, hier neue Anreize zu schaffen.

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