Die Bullemänner zeigten den westfälischen Charakter

Ausverkaufte Abende

Die Bullemänner machen in Haltern Station. Und das gleich zwei Mal: Donenrstag und Freitag. Beide Male ausverkauft.

HALTERN

von Von Stefan Gewecke

, 25.03.2011, 09:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bullemänner alias Augustin Upmann und Heinz Weißenberg hatten die Lacher wie hier im Sketch "Kindergartengruppe" von der ersten Minute an auf ihrer Seite.

Die Bullemänner alias Augustin Upmann und Heinz Weißenberg hatten die Lacher wie hier im Sketch "Kindergartengruppe" von der ersten Minute an auf ihrer Seite.

Neu in der Truppe ist die „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba aus dem ukrainischen Tschernigow. Die studierte Pianistin im strengen, engen schwarzen Kleid rundet das Dreiergespann perfekt ab. Mal gefühl-, mal kraftvoll bearbeitet sie die Tasten, singt die zweite Stimme und stellt so den perfekten Gegenpol zur oft skurrilen Komik der Herren dar. Selbstverständlich sind die klischeehaften Charaktereigenschaften der Westfalen deutlich überzogen dargestellt. Tatsächlich? So falsch können die Bullemänner bei zwei komplett ausverkauften Veranstaltungen mit insgesamt 1000 Besuchern nicht liegen.  

Mit ihrem aktuellen Programm „Ochottochott! - Wenn Westfalen feiern“ trafen die Kabarettisten aus Selm den Humor des Halterner Publikums genau auf den Punkt. Grandios beispielsweise der Aufritt von Chicken Hubbert, dem selbst ernannten „Hühneroligarchen aus Suchtdrup“, der als jüngster von Sieben in seinem Leben nie wieder „fettigen, labbrigen, glibbrigen Hühnerarsch“ essen will.

Nicht nur in diesem Sketch zeigen die Bullemänner, dass sie mehr als nur platten Klamauk beherrschen, messerscharfen Klamauk nämlich. Chicken Hubbert, der seine Hühner in Ungarn ausbrüten, in Tschechien aufwachsen und allein in Suchtdrup ausnehmen lässt, denn „laut EU-Norm gilt der Ort des Ausnehmens“, und dann in Russland im Permafrost tiefgefrieren lässt, „für lau, vahstehsse!“ kann ruhig als bitterböse Kritik an moderner Nahrungsmittelherstellung verstanden werden. Oft im Doppel- oder Dreierpack mit musikalischer Untermalung, gesungen und getanzt, oder auch solo, hatten die Bullemänner das Halterner Publikum von der ersten Minute an auf ihrer Seite. Besondere Lachstürme riefen Witze auf Kosten einzelner Ortsteile hervor: „Lasst uns zu den Ärmsten der Armen gehen!“ „In die Bronx?“ „Nach Lavesum!“ Zur Pause hin steigerte sich das Vergnügen zu geradezu skurrilen Szenen. Jules-Werner, der Ruhri aus Dortmund, fährt mit seinem tiefergelegten Ascona durch den Ort.

„Hömma, Jules-Wänna. Wat steht auf dein´ Spoiler vorne?“ „Ameisen, duckt Euch!“ Nein, die Westfalen sind nicht wirklich so. Und die Ruhris auch nicht. Aber ganz abgestritten werden können viele der dargestellten Charaktereigenschaften nicht. Und genau dieses feine Gespür, mit dem die Bullemänner die westfälischen Eigenarten erkennen und auf die Schippe nehmen, ist der Grund für zwei komplett ausverkaufte Veranstaltungen. Zu Recht ausverkauft.

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