Die Halterner Musikerin Ruth Kemna sprengt musikalische Grenzen

rnFeuerwerk der Turnkunst

Sie tritt nicht nur im Konzertsaal auf, sondern auch auf Showbühnen, in Fabrikhallen oder in Minen im Kongo: Ruth Kemna geht musikalisch ungewöhnliche Wege.

Haltern

, 29.12.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Jahreswechsel geht sie wieder mit der 20er-Jahre Turnshow „Feuerwerk der Turnkunst“ auf große Tournee und ist unter anderem am 3. Januar in der Dortmunder Westfalenhalle zu hören: Ruth Kemna, Violinistin und Bratschistin mit Lippramsdorfer Wurzeln, überschreitet bewusst Grenzen in ihrem künstlerischen Wirken.

„Klassische Musik sollte raus aus der Blase festgefahrener Rituale“, sagt sie. „Der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen, es muss auch möglich sein, gesellschaftspolitische Aspekte zu berücksichtigen.“

Ruth Kemna stammt aus Lippramsdorf, machte in der Region schon durch ihre Erfolge bei Jugend musiziert auf sich aufmerksam. Sie studierte Viola in Hannover, Salzburg und London. Seit 2019 studiert sie „Applied Theatre“ am Thomas Bernhard Institut der Universität Mozarteum Salzburg. „Dabei geht es um das Zusammenwirken von Performance, Regie und Schauspiel“, sagt Ruth Kemna. Es ist bereits ihr zweiter Masterstudiengang.

Gast auf zahlreichen Festivals

Als Kammermusikerin und Performerin trat sie auf zahlreichen internationalen Festivals wie dem Kammermusikfest Lockenhaus, dem Podium Festival Esslingen, dem Davos Festival, der Fusion, dem Festival Theaterformen Hannover, den Ludwigsburger Schlossfestspielen oder dem Heidelberger Frühling auf.

Ruth Kemna entwickelt eigene Choreografien und Stücke und arbeitet regelmäßig mit Tänzer(inne)n unter anderem der Salzburg Experimental Academy of Dance, der London Contemporary Dance School und Schauspieler(inne)n des Thomas Bernhard Instituts Salzburg zusammen.

Ihr Viola-Theaterstück „Biografie: reset oder auf der Suche nach Kylvirien“ wurde als innovativer Masterabschluss mit dem Preis für Exzellenz 2018 der Universität Mozarteum Salzburg ausgezeichnet.

Sie ist außerdem Mitglied des Ensembles „Orchester im Treppenhaus“, das mit ungewöhnlichen szenischen Konzerten, Performances und gesellschaftspolitischen Aktionen seit vielen Jahren auf sich aufmerksam macht.

Schicksale von Minenarbeitern im Kongo

Im Februar zieht es Ruth Kemna in den Kongo. „Dort wollen wir ein postdokumentarisches Minenoratorium aufführen, das die Schicksale der Minenarbeiter in den Kobaldminen thematisiert“, sagt sie.

Zuvor steht Ruth Kemna aber mit dem Feuerwerk der Turnkunst auf zahlreichen Bühnen. „Dieses Jahr wird die Show erstmals von der ersten bis letzten Note von einer Live Band begleitet. In einer bunten Welt der 20er-Jahre werden weltbekannte Artisten und Akrobaten, Clowns sowie Musikerinnen und Musiker atemberaubende Acts zeigen. Dabei werden der Clown Tobias Wegner und ich mit der Band mit Komik und Musik durch die Geschichte führen“, sagt Ruth Kemna. Tourneestart war am 18. Dezember in Oldenburg. Am 3. Januar ist die Show in Dortmund zu sehen.

Zeit für die Familien in Lippramsdorf

Zeit, ihre Familie in Lippramsdorf zu besuchen, hat sich Ruth Kemna über Weihnachten trotzdem genommen. Inzwischen ist sie aber bereits wieder auf den unterschiedlichsten Bühnen unterwegs.

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