"Die Stadt braucht wieder finanzielle Spielräume"

Martin Groß (SPD)

Michael Groß ist seit 2009 Mitglied im Bundestag, gehört dem Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit an sowie dem Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, ist Mitglied im Fraktionsvorstand sowie wohnungs- und baupolitischer Sprecher der Fraktion. Hier ist sein Porträt zur Bundestagswahl.

HALTERN

18.09.2017, 14:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Die Stadt braucht wieder finanzielle Spielräume"

Michael Groß.

Das bin ich privat:

Die Zeit außerhalb der 22 Sitzungswochen in Berlin und des im Schnitt achtwöchigen Unterwegsseins als Politiker verbringe ich am liebsten mit meiner Familie und meinen Freunden. Besonders glücklich macht mich das Zusammensein mit meinem nun fast zwei Jahre alten Enkelsohn. Ich wohne in Marl-Brassert in einem kleinen Zechenhäuschen. Als Sohn eines Bergmanns habe ich von der gelebten Solidarität im Bergbau und in der Nachbarschaft profitiert, hier fühle ich mich sehr wohl. Zu meinem Privatleben gehören auch drei Hobbys: Das Motorradfahren, das Lesen – vorzugsweise von Sachbüchern – und das Laufen als Ausgleich für stressige Tage.

Diese drei Ziele möchte ich für Haltern erreichen:

Der Stadtrat braucht finanziell wieder Spielräume, um Geld für Jugendarbeit, Straßenbau, Kita-Plätze oder Ausstattung ihrer Schulen bereitstellen zu können. Das setzt voraus, dass der Bund sich an den Sozialkosten der Kommunen beteiligt. Zwar hat er mit der Bereitstellung von 60 Milliarden Euro begonnen, davon sind 20 Millionen in meinem Wahlkreis angekommen. Aber diese Summe reicht bei Weitem nicht aus. Ebenso muss der Bund Städten wie Haltern die Altschulden erlassen, aus eigener Kraft werden sie den Schuldenabbau nicht schaffen. Ein wichtiges Anliegen ist für mich zudem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, auch in Haltern. Ein Korrektiv wäre eine städtische Wohnungsbaugesellschaft.

Hier hat meine Partei unrecht:

Unrecht hat die SPD bei einem Teil der Hartz-IV-Politik. Jemand, der gearbeitet hat, muss mehr als ein Jahr lang Anspruch auf Unterstützung haben. Wir müssen außerdem zurück zur Umlagen finanzierten Rente; eine private Versicherung sollte nicht für Grundabsicherung genutzt werden müssen. Grundsätzlich finde ich, dass sich berufliche Lebensleistung in der Rente widerspiegeln muss.

So werbe ich um Stimmen:

Mein Engagement vor Ort gilt denjenigen, die Hilfe brauchen. Deshalb ist mir immer das direkte Gespräch mit den Menschen wichtig, das gilt für mich grundsätzlich, nicht nur jetzt im Wahlkampf. Ich versuche, möglichst oft vor Ort zu sein. Zum Beispiel in Haltern zu den Markttagen oder samstags im SPD-Büro. Ich mache Quartiersbesuche, besuche Feste oder lade zum Beispiel am 3. September zum Rudelgucken ein, wenn Martin Schulz und Angela Merkel sich ein TV-Duell liefern. Darüber hinaus berichte ich in den sozialen Netzwerken aktuell und kontinuierlich über meine Wahlkampfthemen und -termine.

Michael Groß wurde am 26. Juli 1956 in Marl geboren und ist Diplom-Sozialarbeiter.

 

 

Dafür sollte der Bund kein Geld mehr ausgeben:

Die Vergünstigungen bei der Erbschaftsteuer für höchste Vermögen halte ich für ungerecht, der Staat verzichtet auf 6 Milliarden Euro, das ist eine unangemessene Größenordnung. Dieses Geld sollten wir in Kindergärten und Schulen investieren. Sparen sollte der Bund bei den Militärausgaben. Zwar sollte das Heer über hochwertiges Material verfügen, gerade mit Blick auf unsere Auslandseinsätze. Aber wir sollten nicht 30 Milliarden Euro für Waffen ausgeben. Und Deutschland muss auch nicht das größte Heer in Europa besitzen.

Mein Traumjob in der Bundesregierung:

Ich habe keine Ambitionen, Minister oder Staatssekretär beispielsweise zu werden. Ich bin Parlamentarier und das ist eine schöne Aufgabe. Ich arbeite lieber an der Basis und engagiere mich weiter als Sprecher der SPD-Abgeordneten für das Ruhrgebiet und damit auch für meinen Wahlkreis. Mein Ziel ist natürlich, den Wahlkreis Recklinghausen II wieder direkt zu holen.

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