In einer Flüchtlingsunterkunft am Schleusenweg wäre Platz für eine Familie. © Archiv
Flüchtlinge

Die Stadt Haltern ist bereit – es gibt Platz für zwei Familien aus Moria

Die Stadt Haltern hat ihre Bereitschaft signalisiert, zwei Flüchtlingsfamilien aus Moria aufzunehmen. Noch ist nicht klar, ob diese wirklich eintreffen werden.

Das unwürdige Ringen um den Verbleib der obdachlosen Flüchtlinge im Camp von Moria auf der griechischen Insel Lesbos geht weiter und am Rande ist auch die Stadt Haltern davon betroffen.

Auf eine Anfrage des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in NRW von der letzten Woche zur Bereitschaft, Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen, habe die Verwaltung mittlerweile geantwortet. Das teilte das Presseamt der Stadt auf Anfrage mit.

Kapazitäten für zehn Personen vorhanden

In Haltern könnten demnach zwei Familien mit insgesamt zehn Personen untergebracht werden. Dafür seien in einer Unterkunft an der Wasserwerkstraße in Haltern und am Schleusenweg in Flaesheim Kapazitäten vorhanden, informierte die Pressestelle. Familien werden in Haltern nach Möglichkeit in abgeschlossenen Wohneinheiten untergebracht.

Diese stehen an beiden Standorten zur Verfügung. Für die Stadt sei allerdings zurzeit „in keiner Weise absehbar“, wann mit der Ankunft von Flüchtlingen aus Moria zu rechnen sei. Bisher sei nicht einmal bekannt, wie viele auf das Land NRW verteilt würden. Zunächst würden die Neuankömmlinge zu den Landesaufnahmestellen gebracht.

Die Koalition im Bund hat sich geeinigt

Tatsächlich scheint momentan auch nicht festzustehen, ob Menschen aus dem Camp Moria überhaupt nach Deutschland ausreisen dürfen.

Laut Medienberichten hat die deutsche Bundesregierung nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria zwar entscheiden, 1553 ehemalige Bewohner des Camps aufzunehmen. Die griechische Regierung aber will den Transfer von der Insel Lesbos nicht genehmigen.

Sie befürchtet, durch die Erlaubnis eine Präzedenzfall zu schaffen, der Bewohner anderer Flüchtlingslager in Griechenland darin bestärken könnte, ihre Unterkünfte anzuzünden.

Griechenland will lieber anerkannte Flüchtlinge nach Deutschland reisen lassen, die sich bereits auf dem Festland, meistens in der Hauptstadt Athen, befinden. Bei der Betreuung dieser Flüchtlinge, denen Asyl gewährt wurde, fühlt sich die griechische Regierung von der Europäischen Union besonders im Stich gelassen.

Wie die Tagesschau in der ARD berichtet, leben viele dieser Flüchtlinge ohne jegliche Unterstützung auf den Straßen von Athen. Darunter auch Familien mit kleinen Kindern.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen und hinter jeder Zahl steckt eine ganze Welt. Das macht den Journalismus für mich so spannend. Mein Alltag im Lokalen ist voller Begegnungen und manchmal Überraschungen. Gibt es etwas Schöneres?
Zur Autorenseite
Silvia Wiethoff