Die Stadt lässt Kanäle in der Innenstadt überprüfen und hat überall Baustellen aufgeworfen

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Das städtische Kanalnetz ist 210 Kilometer lang und wird abschnittsweise alle 15 Jahre befahren. Bei Untersuchungen im Stadtkern wurde zum Beispiel Reparaturbedarf im Gantepoth entdeckt.

Haltern

, 04.04.2019, 11:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer gerade sein Haus renoviert und Wasser mit Fliesenkleber- oder Mörtelresten in den Gulli kippt, tut nichts Gutes. Denn diese Reste setzen sich in den Rohren fest. Das ist aber nur eine von vielen kleinen und großen Ursachen, die regelmäßige Überprüfungen notwendig machen. Aktuell werden die Kanäle im zentralen Stadtgebiet und nordöstlich davon im Bereich Holtwicker Straße/Bahnstrecke untersucht. Dabei wurden unter anderem in einem verdeckten Schacht am Gantepoth vier nicht fachgerecht verlegte Anschlüsse entdeckt. Eine Reparatur ist zwingend notwendig.

„Seit Februar untersuchen wir in Haltern-Mitte das Kanalnetz, überall fallen deshalb gerade Kleinbaustellen auf“, erklärt Ralf Heßling-Mecking (Eigenbetrieb Stadtentwässerung Haltern am See) auf Nachfrage. An der oberen Rekumer Straße müssen Anschlüsse an den Hauptkanal erneuert werden. Da hier der Kanal begehbar ist, erledigen Facharbeiter diese Aufgabe versteckt unter der Erde.

Einsatz von Robotern

Alle 15 Jahre müssen Abwasserkänale auf Schäden untersucht werden. Dafür werden sie mit TV-Kameras befahren, die Bilder werden aufgezeichnet. Aus diesen Prüfungen entwickelt der Eigenbetrieb Stadtentwässerung ein Sanierungskonzept. Aktuell ist ein Auftrag an eine Firma aus Senden vergeben worden. Die Kanäle werden mit Saug- und Spülfahrzeugen zunächst gereinigt und dann von innen mittels Robotertechnik durch das Einziehen von Inlinern (das sind Gewebeschläuche) repariert - wo das möglich ist. Manchmal ist allerdings auch Menschenkraft vonnöten wie am Gantepoth. Aufgefallen sind im Stadtkern beispielsweise Risse, Ablagerungen oder Beton-Korrosionen.

Unteriridisches Vermögen

Nach Abschluss der Arbeiten findet eine Inspektion statt. Grundsätzlich, sagt Ralf Heßling-Mecking, sind die Halterner Abwasserkanäle überwiegend in einem guten Zustand. Aber altersbedingt seien natürlich immer wieder mal Sanierungen nötig. Regelmäßige Untersuchungen finden seit Anfang der 90er Jahre statt, im Stadtkern ist es gerade der zweite Durchlauf. Eine Million Euro und mehr werden jährlich für Reparaturen oder Erneuerungen ausgegeben, der letzte Auftrag war etwa 550.000 Euro schwer. Grundsätzlich sind Kanäle und ihre Instandhaltung teuer. Oder wie Ralf Heßling-Mecking sagt: „Das größte Vermögen der Stadt liegt unter der Erde.“

Drei Kläranlagen

Das Kanalnetz der Stadt Haltern am See hat eine Gesamtlänge von etwa 210 Kilometern und entwässert das Halterner Stadtgebiet und die Ortslagen Lavesum, Sythen, Flaesheim, Lippramsdorf und Hullern sowie einige Außenbereichsgebiete.

Die Abwasserreinigung erfolgt auf insgesamt drei Kläranlagen. Betreiber der Kläranlagen ist der Lippeverband. Darüber hinaus wird die Abwasserbeseitigung im Stadtgebiet durch eine Vielzahl von Pumpwerken und Regenwasserbehandlungs- und -versickerungsanlagen sichergestellt.

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