Die Stadtwerke zu E-Mobilen: „Ein geeignetes Mittel, um die Luftbelastung einzudämmen“

rnE-Mobilität

Im vergangenen Sommer haben die Stadtwerke Haltern die Infrastruktur für Elektrofahrzeuge im Stadtgebiet ausgebaut. Drei neue Ladesäulen sind besonders beliebt.

Haltern

, 09.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtwerke Haltern haben im Stadtgebiet 16 Wechselstrom-Ladesäulen für Elektrofahrzeuge eingerichtet. Wir haben nachgefragt, wie der neue Service bei den Bürgern ankommt.

Wie werden die Ladesäulen in Haltern angenommen? Wie hat sich der Kundenkreis seit der Eröffnung entwickelt?

Wir haben die Daten der letzten drei Monate an unseren 16 Ladestationen ausgewertet. In diesem Zeitraum haben dort 382 Autos Strom getankt. Die Nachfrage war grundsätzlich über den gesamten Zeitraum relativ konstant. Auffallend war jedoch, dass die Ladesäulen rund um Weihnachten und Silvester häufiger genutzt wurden. Vermutlich liegt dies daran, dass viele Nutzer in diesem Zeitraum gereist sind.

Welche drei Säulen kommen am besten an und woran liegt das wohl Ihrer Meinung nach?

Mit 100 Ladevorgängen im genannten Zeitraum wird die Säule am Kärntner Platz mit Abstand am häufigsten genutzt. Dies liegt vermutlich an der zentralen Lage. Danach folgen die Säulen in Sythen am Edeka-Markt (54) sowie am Freibad (40).

Wie lange werden die Fahrzeuge im Durchschnitt geladen?

Die durchschnittliche Ladedauer beträgt etwa 2,5 Stunden. Vor und nach den Weihnachtsfeiertagen wurden die Ladesäulen nicht nur häufiger, sondern auch über einen längeren Zeitraum pro Ladevorgang genutzt. Die Ladezeit liegt bei fast 60% aller Ladevorgänge unter zwei Stunden. Nur knapp 10% aller Ladevorgänge dauerten über fünf Stunden.

Wie hat sich die Abgabe des Stroms über die Säulen insgesamt entwickelt?

Es ergeben sich starke Schwankungen bei der abgegebenen Strommenge pro Tag. Der meiste Strom wurde an der Ladesäule am Edeka-Markt in Sythen abgenommen, darauf folgen die Ladesäulen am Kärntner Platz und am Autohaus Mitteldorf.

Sind die jetzigen Standorte der Säulen aus Sicht der Stadtwerke richtig gewählt? Wird an eine Ausweitung des Netzes gedacht?

Wir sind grundsätzlich zufrieden mit den Standorten, wobei wir teilweise ja auch auf die Wünsche von Partnern eingegangen sind. Wichtig war uns, Standorte mit hoher Frequenz (z.B. durch Einkaufs- oder Ausflugsverkehr) auszustatten. Wir beobachten das Nutzerverhalten und die Entwicklung der Verkäufe von Elektroautos und werden bei Bedarf weitere Standorte anbieten.

Wie sehen die Stadtwerke Haltern die Zukunft des E-Mobils und welche Rolle könnte Wasserstoff bei der Mobilität von Morgen spielen?

Das Elektro-Auto ist aus unserer Sicht ein geeignetes Verkehrsmittel, um die Luftbelastung in den Städten einzudämmen. Wichtig ist, dass sie mit nachhaltig erzeugtem Strom betankt werden. Deshalb bieten wir an unseren Ladesäulen und privaten Ladeboxen zertifizierten Strom aus Wasserkraft an. Wir glauben, dass sich die Preise für Elektroautos in nächsten Zeit deutlich nach unten bewegen werden und die Fahrzeuge auch mehr den Bedürfnissen der Nutzer angepasst sind. Die Verkaufszahlen werden sich deshalb deutlich nach oben bewegen. Wasserstoff ist gut geeignet, um überschüssige Energie z.B. aus Windkraft zu speichern. Für den öffentlichen Nahverkehr und den Schwerlastverkehr könnte Wasserstoff eine Alternative sein. Bei PKW wird sich diese Technologie in absehbarer Zeit nicht durchsetzen.

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