Die Suppenbar Sopas am Halterner Bahnhof schließt noch im Dezember

rnGeschäftsaufgabe

Diese Nachricht löst großes Erstaunen bei vielen Halternern aus: Die Suppenbar Sopas zwischen Schulzentrum und Bahnhof schließt - und zwar schon am 20. Dezember. Hier lesen Sie die Gründe.

Haltern

, 12.12.2018, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neben dem Tresen der Suppenbar Sopas hängt schon seit einigen Tagen ein Schild, das das Ende des Ladens ankündigt. Schon am 20. Dezember (Donnerstag) ist Schluss. Nachdem die Betreiber auch über Facebook die Nachricht verkündet hatten, gab es Dutzende emotionale Reaktionen.

„Nein, nicht weinen“, sagt Anke Mosfeld und umarmt eine langjährige Kundin, die mit betretener Miene in den Laden kommt. Jeder, der am Mittwoch Suppe oder Sandwich bestellt, fragt zuerst, wie es denn zu dieser kurzfristigen Entscheidung kam.

„Das war hier acht Jahre lang ein echter Knochenjob“, sagt Anke Mosfeld: „Wir sind nicht krank, keine Sorge, aber irgendwann kann man einfach nicht mehr.“ Das sagt sie aber nicht frustriert, sondern mit einem gelösten Lächeln im Gesicht. In vielen Jahren sei der Kampf mit den Finanzen sehr knapp ausgegangen: „Ich bin jetzt echt froh, dass wir es hinter uns haben.“

Kommt man gegen Schulschluss bei Sopas vorbei, in guter Lage genau zwischen Schulzentrum und Bahnhof, kriegt man in dem Ladenlokal kein Bein an die Erde. Dutzende Schüler holen ihr Mittagessen, auch viele Lehrer verbringen hier ihre Freistunden. „Die Kunden sehen immer nur die Stoßzeiten“, sagt Anke Mosfeld. Viel zu hohe Kosten im Einkauf türmen sich aber auf, um so auf die Schüler angewiesen sein zu können. Ferienzeiten und Nachmittage fehlen in der Kasse. Bei der jungen Kundschaft könne man nicht einfach so die Preise erhöhen. Anke und André Mosfeld haben alle Suppen selbst produziert und schmeißen den Laden alleine. „Ich kann einfach nicht mehr“, sagt die Dorstenerin.

Die Suppenbar Sopas am Halterner Bahnhof schließt noch im Dezember

Das Sopas liegt direkt zwischen Bahnhof und Schulzentrum. © Kevin Kindel

Tatsächlich sei die Schließung eine sehr kurzfristige Entscheidung gewesen, der Mietvertrag laufe noch bis ins neue Jahr. „Beim letzten Besuch beim Steuerberater wurde uns bewusst, dass wir keine neuen Ideen haben, wie es weitergehen soll“, so Anke Mosfeld. Das Geschäft habe immer daran gehangen, wie gut die Schüler das Angebot annehmen. Verlässt ein Jahrgang treuer Stammkunden die Schulen, kamen zuletzt weniger Gäste nach.

Viele Kunden kennt das Paar schon jahrelang persönlich, viele Kinder hat man nach Schulschluss im Sopas groß werden sehen. „Einige sind für uns wie unsere eigenen Kinder“, sagt Anke Mosfeld: „Mir graut schon echt vor dem letzten Tag.“ Und doch sagt sie das mit einem Lächeln, mit der Entscheidung zur Schließung sei ein großer Klotz vom Gemüt gefallen. Wie es persönlich für die Betreiber weitergeht? „Ach, arbeiten werden wir wohl weiterhin irgendwo“, sagt Anke Mosfeld und lacht herzlich.

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