Meinung

Dieser Unfall beflügelt die Argumentation der Windkraft-Gegner

Wenige Stunden vor der offiziellen Einweihung stürzt ein Windrad ohne erkennbaren Grund zusammen. Eine gute Werbung für die Windenergie ist das nicht.
Nur noch wenige Beton-Segmente stehen von dem einst 240 Meter hohen Windrad (mit Rotoren). © Guido Bludau

Dieser Einsturz in der Hohen Mark tut der Diskussion um die Windkraft als Zukunftsenergie nicht gut. Er wird die Gegner in ihrer Argumentation beflügeln, zumal es der inzwischen zweite große Unfall in Haltern ist. Zur Erinnerung: Im April 2020 brach von einem Windrad in Bergbossendorf ein Flügel ab. Es handelte sich um einen Materialfehler, monatelang stand die Anlage still.

Jetzt der Einsturz des Windrades in der Hohen Mark – einen Tag, bevor die Windkraft als Energielieferant der Zukunft und Renditeobjekt gefeiert werden sollte. Für die Investoren bricht erst einmal eine Welt zusammen, ihr Vertrauen in eine Firma, die als weltweit größte Herstellerin von Windturbinen bekannt, wurde erschüttert. Die Euphorie liegt bei den Kooperationspartnern RAG Montan Immobilien und Stadtwerke Haltern zurzeit am Boden.

Nun beginnt die Ursachenforschung der Gutachter. Das Wetter war es nicht, es gab keine besonderen Ereignisse. An eine Materialermüdung nach einer kurzen Laufzeit von fünf Monaten mag auch niemand glauben. Aber noch ist jede Spekulation Kaffeesatz-Leserei.

Klar ist zurzeit nur eines: Ein großer Abstand zur Wohnbebauung hat sich in diesem Fall als Segen erwiesen. Und: Man darf durchaus – wie Dr. Bernhard Klocke – die Frage stellen: Müssen Anlagen immer weiter höher hinaus wachsen?