Diskussionen im Ausschuss

Ehrenmal benötigt teure Intensivkur

Die Grünfläche rund um das Halterner Ehrenmal ist pflegeintensiv, die Mauer droht zu zerfallen, die Treppe ist so brüchig, dass sie bereits gesperrt werden musste. Baudezernent Wolfgang Kiski spricht von einem erheblichen Renovierungsbedarf. Aber müssen dafür 150.000 Euro ausgegeben werden? Der Ausschuss Bauen und Verkehr diskutierte Dienstagabend eine Stunde lang und einigte sich erst nach einer Sitzungsunterbrechung auf einen Konsens.

HALTERN

, 17.02.2016, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diskussionen im Ausschuss

Am Ehrenmal gibt es laut Verwaltung einen erheblichen Renovierungsbedarf. Steffe

Am Ende gab es nur einen Grundsatzbeschluss, aber noch keine generelle Zustimmung. Heinrich Wiengarten (SPD) zweifelte den Sinn einer teuren Sanierung an: "Ich tue mich in diesen Zeiten schwer, für diese Maßnahme 150.000 Euro in die Hand zu nehmen." Arno Huesmann, der für den erkrankten Wolfgang Kaiser die Sitzung leitete, erkannte den Bedarf, "aber ich habe doch ein großes Unbehagen wegen der Kosten." Ebenso Marlies Wesseler (Die Grünen): Ein solcher Betrag sei nicht so schnell zu schlucken. Andy Zimmermann (FDP) wollte sich mit den Plänen gar nicht anfreunden: "Wir sollten in die Zukunft investieren und nicht in die Vergangenheit." Franz Tönnis (CDU) schlug vor, in die weitere Planung einzusteigen, aber nach Sparpotenzialen zu suchen.

Überrascht vom Vorhaben

Bereits 2014 hatte Gerd Becker, Leiter des Baubetriebshofs in den politischen Gremien eine Neuplanung der Fläche an der Gabelung Hennewiger Weg/Römerstraße angekündigt, 2015 sollte das Projekt eigentlich in Angriff genommen werden, 2016 wurden dann schließlich entsprechend Mittel in den Etat eingestellt. Dennoch zeigten sich einige Politiker Dienstag überrascht von dem Vorhaben. Die Verwaltung versicherte, die Unterlagen rechtzeitig zugestellt zu haben, die Politiker wollten sie nicht bekommen haben.

Beziehung zur Stadt

Joachim Reck vom Büro für Freiraumplanung "Stil + Blüte" erläuterte im Ausschuss einen Vorentwurf, wie die Fläche künftig aussehen könnte: Offener Aufenthaltsbereich, ohne Mauer, mit einer Treppenanlage aus Beton entlang der Römerstraße bis um die Spitze, Rasen, mit Plattenbändern und Zierkirschen als Bepflanzung. "Wichtig ist mir, eine Sichtbeziehung zur Stadt und diagonal zur Erlöserkirche zu schaffen", betonte Reck. Die Pflege und Unterhaltung der Fläche sei ohne großen Aufwand möglich. Auf die vielen Bedenken der Politiker und dem Vorschlag, nur das Notwendigste zu reparieren, sagte er: "Eine Sanierung wird nicht wesentlich günstiger." Zum Einwand von Andy Zimmermann: "Wir leben mit der Vergangenheit in die Zukunft." Der einstimmige Konsens am Ende: Der Ausschuss stimmt der Sanierung der Grünfläche zu. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Bürgerbeteiligung durchzuführen. Über die endgültige Planung entscheidet der Ausschuss.

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