Dr. Gertrud Witte ist verstorben. © Archiv
Nachruf

Dr. Gertrud Witte ist tot: Bis ins hohe Alter sozial engagiert

Bis zum vergangenen Jahr war die Halternerin Dr. Gertrud Witte Vorsitzende des Vorstands der Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung. Jetzt ist sie im Alter von 82 Jahren gestorben.

Die frühere Vorsitzende des Vorstands der Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Stiftung, Dr. Gertrud Witte, ist tot. Die Halternerin starb am 18. Oktober im Alter von 82 Jahren. Dies teilte die Stiftung mit, die Frauen und jungen Familien im Bistum Münster Finanzhilfe in schwangerschaftsbedingten Notlagen leistet. Gertrud Witte hatte die Einrichtung 14 Jahre lang geleitet.

Das Ehrenamt hatte Gertrud Witte erst im November 2020 aufgegeben. Von 1992 bis zur Pensionierung 2004 arbeitete die promovierte Juristin als Beigeordnete beim Deutschen Städtetag.

Durch die Stiftung privates Glück gefunden

Gertrud Witte hatte den Vorsitz in der Stiftung 2002 übernommen. Das Engagement sah sie als Bereicherung nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben. Es wurde für sie zugleich auch zum großen Glück. Die Juristin lernte Norbert Wenner im Vorstand kennen. Beide hatten früh ihre Ehepartner verloren und wurden ein Paar. Der erste Mann der Halternerin, Paul Witte, war Stadtdirektor von Haltern.

Gertrud Witte kam aus einem spannenden Arbeitsalltag, als sie auf die Suche nach einer sinnvollen Gestaltung des künftigen Lebens ging. Die Beigeordnete des Deutschen Städtetages vertrat jahrelang die Interessen der Kommunen in Gesetzgebungsverfahren, etwa in Ausschüssen des Bundestages. Mit dem Eintritt in das Pensionsalter wollte sie, die durch ein sozial und politisch engagiertes Elternhaus geprägt war, etwas für die Gesellschaft leisten. In der Stiftungsarbeit fand sie Erfüllung.

Stiftungsarbeit war „Einsatz für das Leben“

„Es ist ein Einsatz für das Leben“, beschrieb sie die Aufgabe in einem Gespräch mit der Halterner Zeitung. Die Stiftung steht in Not geratenen Schwangeren finanziell zur Seite, um ihnen die Entscheidung für das Kind zu erleichtern und Zukunftsängste zu nehmen. „Wir wollen ihnen helfen, Ja zu ihrem Kind zu sagen“, betont Gertrud Witte, die selbst Mutter von zwei Kindern und Großmutter war.

Bischof Felix Genn hatte beim Abschied aus der Stiftung unter anderem die Sachkenntnis und Zuverlässigkeit von Gertrud Witte gewürdigt. Dr. Gertrud Witte habe Frauen hilfreiche Perspektiven geboten, damit sie befreiter Zukunftsängste hätten bewältigen können.

Weihbischof Dieter Geerlings (r.) überbrachte Dr. Gertrud Witte im April die Grüße von Bischof Felix Genn. Im Hintergrund Ehemann Norbert Wenner und die neue Stiftungsvorsitzende Sigrun Schnieders. © Privat © Privat

Als Dank für ihre „hervorragende und segensreiche Vorsitzenden-Tätigkeit“ überreichte Bischof Genn ihr einen Aufsatzband des großen Alttestamentlers Erich Zenger „Mit Gott ums Leben kämpfen“. Außerdem schenkte er ihr einen von Künstler Dieter Sieger entworfenen Kerzenleuchter.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff