Das Landgericht Essen: Hier wurde die Strafe für die Halternerin reduziert. © Jörn Hartwich
Landgericht Essen

Drängel- und Ärgerfahrt in Haltern: Richter reduzieren Fahrverbot

Zum zweiten Mal lässt sich eine Frau aus Haltern im Straßenverkehr provozieren. Jetzt ist sie erneut verurteilt worden. Die Gründe für die Aktion reichen bereits länger zurück.

Gelassenheit sieht wohl anders aus: Bereits zum zweiten Mal hat sich eine Frau aus Haltern im Straßenverkehr provozieren lassen. Jetzt ist sie schon wieder ihren Führerschein los. Vor Gericht hatte sie trotzdem Glück.

Es war vor rund einem Jahr, als die heute 33-Jährige eine Nachbarin bedrängte. Laut Urteil fuhr sie extrem dicht auf, hupte, versperrte ihr später an einer Ampel den Weg, indem sie ihren Wagen trotz Grünzeichen abstoppte und erst weiterfuhr, als das Licht auf Rot sprang.

Drei Monate Fahrverbot hatte das Amtsgericht Marl in einem ersten Prozess verhängt – plus 3200 Euro Geldstrafe. Ganz so lange muss die Laborangestellte jetzt aber doch nicht auf ihren Führerschein verzichten. In der Berufungsverhandlung am Landgericht Essen haben die Richter das Fahrverbot am Montag auf einen Monat reduziert. Die Geldstrafe bleibt.

Nachbarschaftsstreit als Hintergrund

Hintergrund der Drängel- und Ärgerfahrt ist offenbar ein schon lange andauernder Nachbarschaftsstreit. Verteidiger Dr. Norbert Drees fasste die Situation im Prozess so zusammen: „Die Nachbarn sind sich in inniger Feindschaft verbunden.“ Man parke sich gegenseitig ein, klingele morgens um halb sieben an der Tür. Doch es sei Besserung in Sicht. Die Angeklagte wolle wegziehen. Die Richter mahnten die 33-Jährige trotzdem zu mehr Ruhe. „Sie sollten etwas unemotionaler unterwegs sein“, hieß es im Urteil.

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Gerichtsreporter

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