Drei Halterner auf dem Sprung in die weite Welt

Freiwilligenjahr

Sie verlassen nach dem Abitur ihr vertrautes Umfeld, suchen neue Erfahrungen im Ausland und wollen dabei für sie fremde Länder und Kulturen kennenlernen: Die Halterner Tobias Schumacher, Adele Schulz und Aaron Leusder sitzen auf gepackten Koffern. Alle drei haben sich für einen Freiwilligendienst entschieden - in Afrika und Finnland.

HALTERN

, 25.07.2017, 06:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drei Halterner auf dem Sprung in die weite Welt

Tobias Schumacher, Adele Schulz und Aaron Leusder (v.l.)

Aaron begleitet in einem finnischen Dorf nahe der 5700 Einwohner zählenden Gemeinde Nakkila einen 15-jährigen deutschen Jugendlichen, der als verhaltensauffällig und schwer erziehbar gilt und nun auf einem Bauernhof auf der Grundlage der Waldorfpädagogik betreut wird.

Er bringt ihn zur Schule und holt ihn wieder ab, hilft bei den Hausaufgaben und unterstützt seine Gastfamilie (Eltern und zwei Kinder) bei der Versorgung der Tiere. „Ich glaube, die Aufgabe ist nicht einfach, aber für den 15-Jährigen werde ich wie ein großer Bruder sein“, Aaron ist überzeugt, dass die Aufgabe zu ihm passt. Eine gute Grundlage ist sein ehrenamtliches Engagement in der Offenen Jugendarbeit St. Laurentius. Und das Wirtschaften auf dem Bauernhof spricht ihn an, weil er sich sehr für Ökologie interessiert. „Die Familie lebt sehr einfach, aber gerade das gefällt mir.“

 

 

 

Finnisch beherrscht er nicht, seine Gastmutter jedoch ist eine Deutsche. So ist der Einstieg leichter. Aber der 18-jährige Sythener ist fest entschlossen, die schwere Sprache zu lernen und auch das Land zu bereisen, weil er neugierig auf die skandinavische Kultur ist. Und danach? Aaron, der begeisterte Basketballer, möchte ein Handwerk erlernen.

Adele Schulz (18) wollte nach dem Abitur unbedingt nach Afrika. So ist sie am Mittwoch (19. Juli) Richtung Tansania geflogen. In Sumbawanga wird sie mit drei weiteren Jugendlichen aus dem Bistum Münster leben und arbeiten. Adele hat sich für den Dienst im Waisenhaus entschieden. Ihre Aufgabe ist es, Kleinkinder und Säuglinge im Alter bis zu sechs Jahren zu waschen, wickeln, anzuziehen und sie liebevoll zu betreuen. Nicht alle der 30 Kinder sind Vollwaisen, einige kommen vorübergehend wegen schwieriger Familiensituationen. „Ich freue mich auf diese Zeit in Tansania. Ich möchte mein Wissen und meinen Weltblick erweitern und ein neues Bewusstsein für das Leben entwickeln“, sagt sie im Gespräch mit der Halterner Zeitung. Zurzeit lernt sie Kisuaheli, um sich vor Ort verständigen zu können.

Nach dem Abitur, findet Tobias Schumacher, ist der richtige Zeitpunkt, Neues zu entdecken. Der 18-Jährige hat sich für Ghana entschieden. Als Teil einer vierköpfigen Gruppe ist er der Junior High School in Jasikan zugeteilt worden. Er soll Schülern aus den Dörfern (12 bis 19 Jahre alt) im Rahmen eines sozialen Lerndienstes Mut machen und ihnen zeigen, wie sie ihre Träume erfüllen können. „Dieses Projekt möchte vor allem die Schulabbrecher-Quote senken“, sagt Tobias Schumacher. Er wird die Schüler in den Fächern Mathematik und Englisch unterstützen.

„Die Zeit in Ghana werde ich auch nutzen, um möglichst viel vom Land zu sehen“, freut er sich auf das Kommende. Ebenso wie Adele muss er sich auf ein sehr einfaches Leben einstellen, auf Tage ohne Wasser und Strom. „Aber ich bin überzeugt, das Richtige zu tun.“ Gut vorbereitet auf die kommenden zwölf Monate ziehen sie nun in die Welt hinaus. Hyvää matkaa! Have a nice trip! Safari njema! – Gute Reise!

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