Dreijährige Hündin wurde am Silbersee III offenbar Opfer einer Gift-Attacke

rnGift-Köder

Eine Sythener Hundebesitzerin warnt vor Giftködern am Silbersee III. Dort war ihre Hündin vor wenigen Tagen zusammengebrochen. Auch die Tierärztin vermutet eine Gift-Attacke.

Sythen

, 12.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Frage nach dem „Warum“ wird sich Susanne (Name ist der Redaktion bekannt) sicher noch viele Wochen stellen. Am vergangenen Freitag (8. November) hätte sie fast ihren Hund verloren. Die drei Jahre alte Berner Sennenhündin hatte offenbar einen Gift-Köder geschluckt. Am Silbersee III und dem angrenzenden Weg, der Sythen (Prickings Hof) mit der Quarzwerkstraße verbindet, war Susanne mit Hündin Abby sowie ihrer Tochter, ebenfalls Hundebesitzerin, unterwegs. „Das ist immer unsere Strecke, dort ist es einfach wunderschön“, sagt die Sythenerin.

Mit der Idylle ist es am 8. November allerdings schlagartig vorbei. Es ist etwa 15 Uhr, als Hündin Abby beim Spaziergang plötzlich zusammenbricht. „Dann musste sie brechen“, erzählt Susanne. Danach sei sehr viel Schaum aus der Schnauze gequollen.

Die Atmung fiel der Hündin schwer, die Zunge war geschwollen

Abby wiegt 35 Kilo. Bis nach Sythen tragen - das sei unmöglich gewesen. „Ich habe ihr immer wieder gut zugeredet“, erzählt Susanne. „Abby ist neben mir hergeschlichen und hat es so gerade eben noch bis nach Hause geschafft.“ Das Tier habe schwer geatmet, die Zunge sei stark angeschwollen gewesen.

Die 56-jährige Frau fährt sofort mit ihrem Hund zur Tierarztpraxis Kirchbeck und Schmidt nach Dülmen.

Der Magen wird geröntgt, um sicherzugehen, dass sich keine Rasierklingen, mit denen Köder mitunter gespickt sind, oder andere Fremdkörper darin befinden. Bei dem dringend notwendigen Erbrechen, das durch eine Spritze ausgelöst wird, hätten die messerscharfen Klingen verheerende Auswirkungen. Auch im Schlund des Tiers befinden sich keine Fremdkörper. Und weil Magen und Darm insgesamt vollkommen leer sind, vermutet die Veterinärmedizinerin, dass es sich um eine vergiftete Paste oder auch Leberwurst gehandelt haben kann, die Abby aufnahm. Letzte Sicherheit hätte aber nur eine Analyse des Erbrochenen gegeben.

„Wir hatten großes Glück“

Rund 30 Minuten nach dem Spaziergang am Silbersee schon bekommt Abby die Spritze, die zur Entleerung des Magens führt. Es folgen Aufbauspritzen, Antibiotika und ein Tropf zur Stabilisierung des Kreislaufs. Nur wenige Tage später, am Montag, ist die Hündin schon wieder auf dem Weg der Besserung. „Sie hat es geschafft“, freut sich ihre Besitzerin. „Wir hatten großes Glück.“

Stadt, RVR und Polizei ist nichts von Giftködern bekannt

Beim Regionalverband Ruhr, dem Eigentümer des Silbersee-III-Geländes, sind unterdessen keine Meldungen zu Giftködern eingegangen. „Wir haben nichts von derartigen Vorkommnissen gehört“, sagt RVR-Förster Kersten Blaschczok. Aufgrund der großen Gefahr, die von einem Giftköder ausgehe, empfahl der RVR-Förster, Hunde anzuleinen, um sie besser unter Kontrolle haben zu können.

Auch der Stadt lagen keine entsprechenden Bürger-Beschwerden vor.

Die Polizei des Kreises Recklinghausen indes konnte keine Aussagen zu Anzeigen von Hundebesitzern wegen Gift-Ködern am Silbersee III machen. Das Datenmaterial der Behörde könne nicht entsprechend ausgewertet werden, hieß es.

Abby bleibt erstmal an der Leine

Susanne wird den Silbersee III nun auf jeden Fall meiden. Zu tief sitzen der Schock und die Angst vor Gift-Attacken. Auch wenn das Glück, dass ihr Hund überlebt hat, natürlich überwiegt. An der Leine bleiben aber muss die Berner Sennenhündin künftig trotzdem. Erst mal.

Lesen Sie jetzt