Drogencocktail in der Wohnung: 39-jähriger Halterner wegen Drogenbesitzes angeklagt

rnAmrsgericht Marl

In seiner Wohnung wurden Ecstasy, Speed und Kokain in nicht unerheblicher Menge gefunden. Trotzdem erhielt ein Halterner vor dem Amtsgericht Marl noch eine letzte Chance.

Haltern

, 28.01.2020, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Januar 2019 durchsuchte die Polizei seine Wohnung und stellte nicht unerhebliche Mengen unterschiedlicher Drogen sicher. Amphetaminbase und MDMA-Base (meist konsumiert in Form von Ecstasy- oder Speed-Pillen) und geringe Mengen Kokain waren darunter. Dafür musste sich ein 39-jähriger Halterner jetzt vor dem Marler Amtsgericht wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Bereist mehrfach war der Angeklagte aus einschlägigen Gründen vorbestraft, Körperverletzung und Betäubungsmittelmissbrauch stehen bereits auf seinem Konto. Dafür gab es bisher nur Geldstrafen. Jetzt hätte seine erste Haftstrafe fällig werden können.

Jahrelange Drogenabhängigkeit

Der Angeklagte, seit Jahren drogenabhängig, ließ durch seine Anwältin Christin Riemann sämtliche Vorgänge einräumen. Dadurch konnte auf die Vernehmung von Zeugen, darunter seine Lebensgefährtin, verzichtet werden. Diese Tatsache und auch der Umstand, dass er bereits eine ambulante Drogenentzugstherapie begonnen hat und sich seit Kurzem in einem festes Arbeitsverhältnis befindet, ließe auf eine positive Sozialprognose schließen.

Besonders getroffen habe ihren Mandanten, so Christin Riemann, dass unlängst zwei seiner Freunde bei einer Messerstecherei im Drogenmilieu ums Leben gekommen seien. „Er will von den Drogen weg“, sagte die Anwältin.

Staatsanwalt Philipp Stasche machte klar, dass für das aktuelle Vergehen eine Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu verhängen sei. Der Angeklagte hatte allerdings durch sein Verhalten dafür gesorgt, dass es noch eine Chance auf eine letzte Bewährung für ihn gab.

Ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung

Stasche forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die aber noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Zusätzlich müsse der Angeklagte seine Entzugstherapie fortführen. Der Staatsanwalt forderte außerdem eine Geldbuße von 1200 Euro. Dem Angeklagten solle darüber hinaus ein Bewährungshelfer für eine Bewährungsfrist von zwei Jahren zur Seite gestellt werden.

Die Schöffenkammer folgte dieser Forderung. Auch Richterin Martin Lopez konstatierte eine positive Sozialprognose, da sich der Angeklagte in einer festen Beziehung und in einem festen Arbeitsverhältnis befindet. Er muss die Therapie fortführen und erhält eine Bewährungsfrist von zwei Jahren. Die 1200 Euro müssen in Monatsraten von 100 Euro an den Ambulanten Hospizdienst Marl überwiesen werden.

Anwältin Christin Riemann akzeptierte für ihren Mandanten das Urteil und erklärte den Verzicht auf das Einlegen von Rechtsmitteln. Der Angeklagte verließ den Gerichtssaal noch einmal als freier Mann.

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