DSDS-Sieger Thomas Godoj im Halterner Treibsand

Kurzinterview

Als Sieger der fünften Staffel "Deutschland sucht den Superstar" wurde Thomas Godoj im Jahr 2008 bekannt. Am Wochenende stand der Deutsch-Pole im Halterner "Treibsand" auf der Bühne. Wir haben mit ihm über das negative Image eines Casting-Gewinners, das große Musikgeschäft und Spenden seiner Fans geredet.

HALTERN

von Von Mark Pillmann

, 18.09.2016, 14:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit "Mundwerk" präsentierte Thomas Godoj am Samstag (17. September) im Treibsand sein siebtes Studioalbum. Zum zweiten Mal hatte der Künstler mit einem Aufruf an seine Fans eine Crowdfunding-Kampagne gestartet und um Geld für sein neues Album gebeten. 55.000 Euro hätten es werden müssen, mehr als 186.000 Euro wurden es dann am Ende, um "Mundwerk" zu realisieren.

130 Euro "kostete" die Teilnahme an dem Eröffnungskonzert in Haltern, dessen Einnahmen in die Corwdfunding-Kampagne mit einflossen. Mit dabei waren auch noch Sektempfang, Getränke und ein Drei-Gänge-Catering. 

 

Thomas, was sind die Erfahrungen, die du aus DSDS und dem großen Musikbusiness mitgenommen hast?

Am Ende geht es immer nur ums Geschäft. Der Künstler, gerade wenn er noch relativ klein ist, ist nebensächlich, es geht vor allem ums Geld und da wird die Kuh dann eben gemolken, so lange wie sie Milch gibt. Das war mir aber eigentlich schon von Anfang an klar. Die großen Plattenfirmen investieren am Anfang erst einmal sehr viel Geld, um einen Künstler bekannt zu machen und auch zu halten. Das Geld muss irgendwie wieder reinkommen.

Gibt es etwas, was dich in Bezug auf die Szene um DSDS, Musikbusiness und Co. enttäuscht hat?

Ja. Was mich persönlich enttäuscht hat, ist der Stempel, der einem innerhalb der Branche aufgedrückt wird, wenn man DSDS-Gewinner ist. Da ist man dann kein richtiger Künstler, weil man ja durch eine Castingshow bekannt geworden ist. Dass man aber auch da sehr viel Arbeit investieren muss, verstehen die meisten dann aber nicht.

Wie bewertest du deine Crowdfunding-Erfahrungen?

Sehr gut. Es gibt da so viele Möglichkeiten und Optionen mittlerweile, dass es sich wirklich lohnt, sich darüber zu informieren. Aber es ist auch viel Arbeit. Ich habe nach jedem Konzert, jedem Auftritt, immer, wenn ich mit Fans zusammen war, ihnen erklärt, worum es geht und wieso das wichtig ist. Und man darf die Ziele nicht zu niedrig ansetzen.

158.000 Euro sind viel Geld, ja, aber davon gehen noch Steuern ab, müssen Technik, Studio und alles andere bezahlt werden. Ich habe davon ja nicht gelebt, das floss alles in die beiden Alben. Und selbst mit fast 80.000 Euro pro Album wurde es am Ende eng.

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