Ehepaar Fimpeler organisierte Studienreise nach Dubai

Für Glaserinnungsverband NRW

HALTERN Der Glaserinnungsverband Nordrhein-Westfalen unternahm eine Studienreise nach Dubai. Die Halterner Elisabeth und Hermann Fimpeler organisierten das Programm.

von Von Elisabeth Schrief

, 22.12.2009, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Bereich der Fassadenmaterialien bevorzugen die Unternehmen wegen des Preisvorteils Glas, obwohl dies klimatechnisch keine günstige Lösung ist. Absolut interessant fand Hermann Fimpeler die Besuche bei Glasherstellern wie der Gulf Glass Industries und auf der Glaser-Fachmesse in Dubai. Mit Staunen vernahm er, dass im Emirat Ras Al Khaimah ein Flachglaswerk mit einer Kapazität von täglich 700 Tonnen Glas geplant ist. Der Verbrauch ist enorm, jede Scheibe eine Sonderanfertigung. „Die Araber achten zwar auf Sicherheit, nicht aber auf Genauigkeit, für sie ist es unmöglich, im Millimeter-Bereich zu bleiben.“

Weil in Dubai immer nur das Schönste und Größte gerade gut genug ist, wurde in der Dubai Mall, dem größten Einkaufszentrum der Welt, gleich auch das größte Aquarium der Welt mit drei Etagen eingebaut. Die Scheiben sind 20 Meter lang, acht Meter hoch, 60 Zentimeter dick, sie bestehen aus 15 Lagen laminiertes Glas. Ein Jahr hat die Herstellung gedauert, nur drei Firmen in der Welt können einen solchen Auftrag annehmen. „Niemanden interessiert, wie kostspielig das ist“, staunt Hermann Fimpeler.

Die Löhne sind dürftig. Inder, Pakistani, Indonesier arbeiteten vor der Krise für 300 Euro Monatslohn, jetzt für 120 Euro bei freier Verpflegung und Unterkunft. Aus Gesprächen vor Ort nahm Hermann Fimpeler mit, dass die Arbeiter sich nicht ausgebeutet fühlen und auch nicht unglücklich sind, zu Hause erginge es ihnen wesentlich schlechter.

Geschuftet wird in drei Schichten, entsprechend teilen sich die Arbeiter die Betten. Bei Temperaturen ab 50 Grad ist laut Gesetz Stillstand auf der Baustelle, aber es gibt nur Thermometer, die maximal 48 Grad anzeigen. Also wird auch bei mörderischen Temperaturen weitergearbeitet. Einmal war die Reisegruppe der Heimat ganz nah. Das Glas für Ferrari-World an der neuen Formel-1-Strecke stammt aus Gladbeck. Das Yas-Hotel gleich nebenan sieht aus wie ein Haifisch. Tausende, bewegliche Glasschuppen wehren die Sonnenhitze ab.

Das ganze Leben ist Luxus. Wer sonst unterfüttert den heißen Strand mit Kühlschlangen, baut Eisbahnen in die Wüste, erschafft eine ganze Welt aus künstlichen Eilanden? Elisabeth Fimpeler: „Ich weiß nicht, wie die Natur auf Dauer diesen gigantomanen Schöpfungsplan verkraften kann.“

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