Ehrenamtliche in der Kirche sind besorgt über Verlust an Glaubwürdigkeit

Missbrauchs-Skandale

HALTERN „Zurzeit ist es anstrengend, katholisch zu sein“, unverblümt gibt Kreisdechant Jürgen Quante seine Befindlichkeit preis.

von Von Elisabeth Schrief

, 26.03.2010, 17:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Kirche verkündigt die Botschaft der Liebe, kann sie das noch glaubwürdig tun? Verführt die Kirche zur Doppelmoral? Gibt es in der katholischen Kirche mehr als anderswo Strukturen, die Pädophilie begünstigen? Diese und viele andere Fragen warf die Runde auf.

Es sei schwierig für die Ehrenamtlichen, jetzt Rückgrat zu zeigen, äußerten sich Delegierte. Besorgt und empört über den massiven Verlust an Glaubwürdigkeit und vor allem betroffen über das Leid von Kindern und Jugendlichen und deren zum Teil jahrelange Traumatisierung, mahnten die Delegierten Offenheit und Transparenz an. Zu den Missbrauchs-Skandalen hat auch der Kreisdechant eine klare Haltung: „Wir müssen mit Anstand damit umgehen als Dienst für die Gesellschaft.“ Alles in allem stelle die aktuelle Diskussion derzeit hohe Anforderungen an jeden Getauften.

Die Vertreter der Pfarrgemeinderäte nahmen sich selbst in die Pflicht, in ihren Gemeinden und auch in den Gremien des Bistums das Thema Missbrauch nicht zu verschweigen oder zu vertuschen, sondern auf bestmögliche Aufklärung und Hilfe für die Opfer zu drängen. Kreisdechant Jürgen Quante gab den Versammlungsteilnehmern ein Wort Hildegard von Bingens mit auf den Weg: „Wo im Menschen die Frage nicht ist, da ist auch nicht die Antwort des Heiligen Geistes.“

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