Ehrenamtliche Müllsammelaktion endet im Streit mit der Stadt Haltern

rnMüllsammler

Mehrere Monate war Franz-Josef Endejan ehrenamtlich als Müllsammler in Haltern unterwegs. Jetzt unterstützt ihn die Stadt nicht mehr, weil es Streit gab.

Haltern

, 23.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen des Coronavirus fielen viele Veranstaltungen in diesem Jahr aus - auch der jährliche Aktionstag „Sauberes Haltern“. „Das muss ja nicht heißen, dass man nicht selbst aktiv werden kann“, fand allerdings Franz-Josef Endejan. Der 68-Jährige ging trotzdem auf Sammeltour, bewaffnet mit einem „Schnappi“ zum Greifen des Mülls und Müllsäcken.

158 Säcke Müll gesammelt

Wochenlang war Endejan unterwegs, sammelte insgesamt 158 Müllsäcke, unter anderem an der Münsterstraße, der Weseler Straße oder am Ikenkamp. Die Müllsäcke wurden von Mitarbeitern des städtischen Baubetriebshofes abgeholt „Die Zusammenarbeit klappte prima“, sagt Endejan. Von Bürgermeister Bodo Klimpel erhielt er dafür ein Dankesschreiben. “Darüber habe ich mich gefreut.“ Entsetzt war er allerdings über seine Funde. „Was da teilweise an den Straßen und in den Böschungen liegt, ist kaum vorstellbar. Sogar Fässer mit Chemikalien habe ich gefunden.“

Auch die Stadt Haltern war froh über diesen Einsatz. „Das ist ja eine wirklich gute Sache, wenn sich jemand ehrenamtlich so einsetzt“, findet Pressesprecher Georg Bockey.

Einsatz an der Erich-Kästner-Schule

Zuletzt nahm sich Franz-Josef Endejan des Freigeländes rund um die Erich-Kästner-Schule an. „Hier war nicht nur der Müll das Problem, sondern auch Sträucher, die schon alles überwucherten“, sagt er. Die Stadt erlaubte ihm, einen Laubcontainer mit zu benutzen, der dort wegen der Umbauarbeiten für die neue KiTa aufgestellt worden war.

Den Inhaberinnen der neuen Tagesgroßpflege „Seestadtkids“, die zwischenzeitlich ihre Einrichtung an der Schule eröffneten, half Franz-Josef Endejan, das Gelände sauber zu halten. „Hier liegen immer wieder Glasscherben oder Bierflaschen rum, auch auf unserem Freigelände“, sagt Nicole Bergmann von den Seestadtkids. Das Gelände des Schulhofes sei zum abendlichen Treffpunkt von Jugendlichen geworden, sagt Franz-Josef Endejan. Sorgen machten ihm auch Ratten, die sich auf dem Gelände angesiedelt haben. „Hier wohnen noch Asylsuchende, das ist doch kein Zustand“, findet Endejan.

Auch Ratten haben sich rund um die Schule ihre Löcher gegraben.

Auch Ratten haben sich rund um die Schule ihre Löcher gegraben. © Jürgen Wolter

Mehrfach habe er bei der Stadt nachgefragt, wer zuständig sei für die Sauberhaltung, aber keine erschöpfende Auskunft erhalten. Schließlich sei es darüber zu einer Auseinandersetzung mit Verwaltungsangestellten auf dem Schulhof gekommen, sagt Endejan. „Da bin ich wohl auch etwas laut geworden.“

„So konnte das nicht weitergehen“

Anschließend sei dann der Container abgeholt worden. „Ich bekam auch keine Müllsäcke mehr und auf dem Betriebshof teilte man mir mit, ich solle auch den Schnappi wieder abgeben“, berichtet Franz-Josef Endejan. Seine Aktionen hat er eingestellt: „Ich will mich nicht als Dorfpolizist aufspielen, aber ich wünsche mir Transparenz und Freundlichkeit.“

Dass die Stadt die Zusammenarbeit letztlich beenden musste, liege vor allem im Verhalten von Franz-Josef Endejan begründet, sagt Martina Klaus, Leiterin des Bürgermeisterbüros in Haltern. „Er rief immer wieder Mitarbeiter unterschiedlicher Ämter an und begann schließlich, städtischen Mitarbeitern auf dem Schulgelände Anweisungen zu erteilen“, so Klaus. „Dann verlangte er von einem Mitarbeiter eine Entschuldigung. So konnte das nicht weitergehen.“

Bei einem Gespräch mit Bürgermeister Bodo Klimpel sei man schließlich überein gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden. Leider habe sich Franz-Josef Endejan nicht daran gehalten, deshalb habe sie ihn noch einmal deutlich darauf hinweisen müssen, so Martina Klaus. Eine Fortführung des Einsatzes schließen Klaus und Bockey aus: „Das würde leider nicht funktionieren, obwohl es wirklich zunächst ein sehr lobenswerter Einsatz war“, so die Vertreter der Stadt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt