Ehrenamtliche sind Seelentröster und Krankenschwester

03.07.2007, 18:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haltern Etwas Neues entdecken, gute Seeluft oder ein schönes Kurkonzert genießen - Vergnügen, die auch das Alter bereichern.

Ein großes Angebot von Senioren-Reisen bietet der Caritasverband Haltern an. «Nicht um damit das große Geld zu verdienen», so Ulrike Kottmann vom Caritasverband, «sondern um den Senioren die Chance zu geben, überhaupt noch verreisen zu können.» Für viele seien diese Reisen eine Möglichkeit, der Isolation zu entfliehen.

Nur Taschengeld

Dabei orientiert sich das Reiseangebot an den Bedürfnissen der Senioren. So startet die nächste Tour am 21. Juli. Ziel der Reise ist Bad Westernkotten (Lippstadt).

«Der Altersdurchschnitt der Reiseteilnehmer», schätzt Ulrike Kottmann, «liegt hier bei 80 Jahren.» Die Senioren schätzen eine kurze Anfahrt zum Urlaubsort. Wichtig sei auch die Begleitung durch einen Betreuer: «Das sind Ehrenamtliche, die 24 Stunden am Tag für die Senioren im Einsatz sind.» Außer einem Taschengeld und erlassenen Fahrtkosten bekommen die Ehrenamtlichen keine Vergütung für ihr soziales Engagement. Die Begleiter werden für ihre Tätigkeit vom Diözesancaritasverband geschult. Kottmann: «Sie sind oft Seelentröster und Krankenschwester in einer Person und vermitteln den Senioren das Gefühl, da ist jemand, der sich um mich kümmert.»

Bevor es losgeht, muss vieles organisiert werden. So plant Ulrike Kottmann für 2008 eine Fahrt nach Bad Salzuflen. Vorher prüft sie gemeinsam mit einer Kollegin das infrage kommende Hotel, spricht Preise mit Busunternehmen und Hotel ab: «Nicht alle Senioren verfügen über eine super Rente. Daher müssen wir auch Angebote unter 800 Euro dabei haben.» Hinzu kommt: Es müssen Ehrenamtliche für die Betreuung gefunden werden.

Demenzerkrankung

Zu geringe Nachfrage, zu hohe Kosten und fehlendes Personal sorgten dafür, dass 2007 keine Fahrt für Pflegebedürftige zustande kam. 2008 soll aber wieder eine Reise angeboten werden.

Groß schätzt Ulrike Kottmann den Bedarf an Urlaubsfahrten für Demenzkranke ein. Hier müsse aber eine 1:1-Betreuung erfolgen - ein großes logistisches Problem: «Doch in den nächsten Jahren werden wir uns der Herausforderung stellen müssen.» hei

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