Ein Buch erinnert an Elise

Haltern Die Reihe erhaltenswerter Grabsteine auf dem Sixtus-Friedhof am Lippspieker wird in naher Zukunft um ein Stück reicher sein.

13.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dank der Initiative unserer Zeitung und mit Unterstützung von Friedhofsgärtner Werner Schröder werden seit November 2002 historisch interessante und künstlerisch wertvolle Grabsteine auf dem Sixtus-Friedhof nicht mehr entsorgt, sondern auf einem Rasenstreifen im westlichen Teil der Nachwelt erhalten. Sie zeigen dort ein Stück Geschichte.

"Fern vom Elternorte"

Seit Ende Mai ist nach Auflösung einer Grabstätte ein neues Dokument der fast 200 Jahre alten Friedhofsgeschichte hinzugekommen. Ein heruntergefallener Ast hat das fast 100 Jahre alte Denkmal leicht beschädigt. Sonst hat es die Zeit gut überstanden.

Ein Buch aus weißem Porzellan erinnert in schwarzer Schrift an den frühen Tod eines jungen Mädchens aus Haltern, das "fern vom lieben Elternorte, in der Jugend blüte Zeit" aus dem Leben geschieden ist. Diese pathetischen Verse, die typisch sind für die Zeit vor dem ersten Weltkrieg, hat der Vater des Mädchens ersonnen. Der frühe Tod mit 18 Jahren ist bis heute ungeklärt.

Freiwillig gegangen?

Elise Müller war eines von zehn Kindern des Glasschleifers Robert Müller, Bahnhofstraße 320. Warum sie das Elternhaus so früh verlassen hat und wohin sie gegangen ist, darüber wurde in der Familie nie gesprochen. Ist sie freiwillig aus dem Leben geschieden? "Sie ist auswärts gestorben", erklärte Heinrich Müller, der Bruder von Elise, wenn er mit seinen Kindern das Grab besuchte. Mehr haben sie nie erfahren. So gibt der plötzliche Tod der Tante auch nach 95 Jahren ihrer Nichte Grete (81) heute noch Rätsel auf. RM

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