Ein Freundeskreis macht den Halterner Annaberg wieder schön

rnWallfahrtsstätte Annaberg

Halterner, die sich mit der Wallfahrtsstätte Annaberg eng verbunden fühlen, hübschen als Freundeskreis den besonderen Ort wieder auf. Außerdem beginnt der Umbau der Pilgereinkehrstätte.

Haltern

, 21.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pfarrer Klemens Emmerich wohnt auf der Annabergstraße, fünf Rad- und zwanzig Gehminuten von der Annaberger Wallfahrtskirche entfernt. „Der Annaberg wächst mir mehr und mehr ans Herz“, sagt der gebürtige Coesfelder, der im Dezember 2018 von der Gemeinde Heilige Edith Stein in Marl nach Haltern wechselte. Der 73-Jährige hat etliche Verbündete: Anfang des Jahres gründeten Pfarrer Michael Ostholthoff und Halterner mit ihm den „Freundeskreis Annaberg“.

Zwischen dem ersten und dem zweiten Treffen in dieser Woche lagen Monate. Eine Zwangspause, die Corona geschuldet war. Ehrenamtlich gearbeitet wurde unter freiem Himmel trotzdem kontinuierlich - in kleinen Gruppen. „Es gibt Menschen, die ein leidenschaftliches Interesse an der Pflege der Andachtsstätte und an einer Wiederbelebung der Wallfahrten haben“, freut sich Klemens Emmerich.

Pilgereinkehrstätte war nur noch ein Zuschussgeschäft

Er berichtet, was schon abgearbeitet ist und jetzt folgen soll. Voraus schickt er die aktuellste Nachricht: In der kommenden Woche beginnen die Umbauarbeiten der Pilgereinkehrstätte. Mit der Gastronomie hatte die Pfarrei St. Sixtus zuletzt nur Ärger, sie fand keinen passenden Pächter mehr und musste jährlich 60.000 Euro zuschießen. Jetzt wird das Haus hergerichtet für den neuen Verband der Zentralrendanturen Haltern, Dorsten, Marl. Dabei wird auch ein Gastraum für 50 Pilger eingerichtet. Innerhalb des Freundeskreises Annaberg haben sich bereits Frauen gemeldet, die sich um die Bewirtung in der Einkehrstätte kümmern wollen.

Die Annaberg-Kapelle mit der Annabergkirche: Wallfahrer kommen immer seltener, das soll sich wieder ändern.

Die Annaberg-Kapelle mit der Annabergkirche: Wallfahrer kommen immer seltener, das soll sich wieder ändern. © www.blossey.eu

Die Arbeit der Ehrenamtlichen begann mit der Säuberung des Annaberges und des Kreuzweges. Hier bewiesen die Akteure viel gärtnerisches und handwerkliches Geschick. Steinmetz und Bildhauermeister Bernd Wirtz säuberte die Stationen, eine Halternerin bezahlte die Materialkosten. An einer Christusstatue fehlen die Hände, Bernd Wirtz wird sie ersetzen. Auf der Versammlung in dieser Woche wurden weitere Aktionen beschlossen: Ausbesserung von Steinchen-Mosaiken auf dem Kreuzweg, Renovierung des Anna-Pütts und des Annabrunnens am Parkplatz und der Lourdesgrotte. Fällig ist auch ein Innenanstrich der Kapelle, die die Pfarrei selber bezahlen muss. Etwas Geld ist in der Kasse. „Zwei Sponsoren überweisen jährlich je 500 Euro“, dankt Pfarrer Emmerich für diese großzügigen Zuwendungen.

In wenigen Tagen beginnt der Umbau der Pilgereinkehrstätte. In dem Haus entstehen Büros für die Zentralrendantur Haltern/Marl/Dorsten.

In wenigen Tagen beginnt der Umbau der Pilgereinkehrstätte. In dem Haus entstehen Büros für die Zentralrendantur Haltern/Marl/Dorsten. © Elisabeth Schrief

Um die weitere Arbeit gut koordinieren zu können, bildete der Freundeskreis Arbeitsgruppen. Es gibt die Annaberg-Krätzer, die Projektgruppe zur Zukunft von Wallfahrten, die Hobby-Historiker und die Betreuungsgruppe der Pilger. Alle Gruppierungen zusammengenommen bildet der Freundeskreis den Gemeindeausschuss Annaberg, der dem Pfarreirat zugeordnet ist.

Als ein Fragender über den Annaberg gewandert

Pfarrer Klemens Emmerich beseelt die Gruppe in besonderer Weise. Zu Beginn des letzten Treffens zum Beispiel „betete“ er mit seiner Mundharmonika und ließ daraus eine kleine Andacht entstehen. Außerdem trug er Gedanken der seliggesprochenen Mystikerin Anna Katharina Emmerick (1774/Coesfeld -1824/Dülmen) vor, seiner Ur-, Ur-, Ur-, Ur-, Ur-Großtante.

Steinmetz und Bildhauer Bernd Wirtz hat die Kreuzwegstationen auf dem Annaberg gereinigt.

Steinmetz und Bildhauer Bernd Wirtz hat die Kreuzwegstationen auf dem Annaberg gereinigt. © Elisabeth Schrief

Der Annaberg selbst war ihm ein wichtiger Zufluchtsort während des Corona-Lockdowns. Hier findet er himmlische Ruhe und zugleich zu seinen jungen Jahren zurück. Als Leiter der CAJ Coesfeld weilte Klemens Emmerich immer mal wieder zu Studienwochen im Könzgenhaus. Hier riet ihm ein Mentor, Priester zu werden. Mit dieser Fragestellung, ob das seine Zukunft sein könnte, wanderte er über den Annaberg. Heute sagt er: „Auf dem Annaberg hat etwas begonnen, wofür ich heute dankbar bin.“

Wanderung „Faszination Annaberg“

Helmut Achterfeld bietet eine Wanderung zum Thema „Faszination Annaberg“ am Freitag, 25. September, an. Die Wanderung dauert etwa eine Stunde, die Teilnahme ist kostenlos. Treffen ist um 16 Uhr auf dem Parkplatz hinter der Pilgereinkehrstätte Annaberger Hof. Die Wanderung geht über den flachen Bereich des Annaberges. Bitte daran denken, eine Maske mitzunehmen. Das nächste Treffen des Freundeskreises ist am 30. November um 19 Uhr in der Annabergkirche.
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