Ein Stück heile (Um-)Welt

Haltern An der Nordseite des Bahnhofs hat die Ortsgruppe des Naturschutzbundes NABU ein Stück heile (Um-)Welt geschaffen: Der Schaugarten ist ein Paradies für Pflanzen, Vögel, Insekten - und Menschen.

12.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Leichter Regen prasselt auf die Blätter der üppig florierenden Wildblumen herab. "Durch die paar Tropfen lassen wir uns den Spaß garantiert nicht verderben", sagen Ingrid Albers, Lydia Weingartz-Thomas und Christian Lynen, Sprecher der Halterner NABU-Gruppe.

Das Trio hockt in einem kleinen Gemüsebeet und befreit die Salat- und Kohlreihen von Gräsern, die sich dort unkontrolliert ausgesät haben. Die Naturfreunde juxen und lachen bei der Arbeit, die sie als Vergnügen empfinden. Was im NABU-Garten erledigt werden muss, koordiniert Ingrid Albers gemeinsam mit Dr. Bernd Heßner. "Zu tun gibt es hier mehr als genug", sagt sie. Aber die Umweltschützer machen sich keinen Stress. Zeit zum Klönen muss sein. Und um Tipps für den eigenen Garten auszutauschen.

Zentrale Lage

Zwei Jahre ist es her, als sich die bereits im August 2004 gegründete NABU-Ortsgruppe auf die Suche nach einem Vereinsgelände machte. Ein besonderes Plätzchen sollte es sein, in möglichst zentraler Lage. "Wir hatten die Wahl zwischen mehreren Grundstücken", blickt Christian Lynen zurück. Das kleine Areal an der Böschung der Gleisanlage erfüllte alle Ansprüche. Lynen: "Mit einem fairen Pachtvertrag ist uns die Stadt entgegen gekommen."

Den idyllischen Treffpunkt haben die NABU-Mitglieder systematisch gestaltet: Der Schau- und Lehrgarten ist mit geflochtenen Weidezäunen in zehn Parzellen aufgeteilt.

Die Wildwiese bietet beispielsweise Schmetterlingen einen perfekten Lebensraum. Im Abteil gegenüber wachsen Stauden. Auf den kultivierten Flächen gedeihen alte Kartoffel-, Obst- und Gemüsesorten, die man in der modernen Landwirtschaft kaum noch antrifft. "Tür an Tür" hausen Wespen, Florfliegen und Ohrenkneifer in der Insekten-nisthilfenwand.

"Wir wollen hier die vielen Gesichter zeigen, die Gärten haben können, und Impulse geben", erklärt Lynen. Den NABU-Garten will er jetzt als "bahnhofsnahen Start- oder Zielpunkt für den Ökologischen Stadtrundgang" vorschlagen. Christoph Walter

Von März bis Oktober ist der NABU-Garten immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

www.nabu-halternamsee.de

Lesen Sie jetzt