Eine App soll Ersthelfer orten und so die Rettungskette verkürzen

Leben retten

Mit einer App soll es bald auch in Haltern möglich sein, noch schneller an einem Unfallort zu sein. Dabei geht es aber nicht um einen Krankenwagen.

Haltern

, 09.10.2018, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine App soll Ersthelfer orten und so die Rettungskette verkürzen

Erstretter könnten künftig per App alarmiert werden. © dpa

In der App registrierte und qualifizierte Ersthelfer, die über GPS geortet werden und sich in der Umgebung des Unfallortes befinden, sollen von der Leitstelle aus über die App kontaktiert werden. So kann die Zeit zwischen dem Unfall und der Behandlung verkürzt werden und Leben gerettet werden.

Verschiedene Anbieter

„Die Entscheidung ist gefallen. Wir wollen gerne app-gesteuerte Ersthelfermaßnahmen einführen. Da sind wir gerade dabei die verschiedenen Anbieter zu vergleichen und eine Markterforschung zu machen“, sagt Dr. Nicolaus Schuback, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Recklinghausen.

Eine App soll Ersthelfer orten und so die Rettungskette verkürzen

Dr. Nicolaus Schuback, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Krei. © Jörg Gutzeit

Es geht um die Fragen, welche Anbieter am Markt sind, was sich für den Kreis Recklinghausen anbietet und wie hoch die Kosten sind. Denn bei der Installation und der technischen Einrichtung fallen laut Schuback knapp 100.000 Euro an.

Noch in diesem Jahr sei geplant, mit dem Projekt an den Start zu gehen. Denn der Vorteil ist klar: Im Schnitt brauchen Rettungskräfte von der Einsatzstelle zwischen acht und neun Minuten, so Schuback. Ersthelfer, die zum Beispiel über die App „Mobile Retter“ (4.200 registrierte Kräfte von insgesamt 14.000 in Deutschland) erreichbar sind, sind durchschnittlich in 4,48 Minuten am Einsatzort.

„Das sind zwar nur fünf Minuten, aber die sind ganz erheblich. Es geht um das Gehirn“, erklärt Schubeck. Ein Herz könne man wieder zum Schlagen bringen, beim Gehirn fangen die Zellen jedoch schon nach drei Minuten an, abzusterben. „Und das ist dann unwiederbringlich“, so Schubeck.

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