Eine "Filiale mit Herz" schließt

HALTERN "Wir sterben hier hinten einfach aus", kritisiert Elisabeth Rostek, jun., die Pläne der Stadtsparkasse Haltern, die Filiale an der Weseler Straße zu schließen. Der Termin steht bereits fest: 1. April 2008.

von Von Elke Rüdiger

, 04.01.2008, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christel Thole unterschreibt einen Aufruf an den Sparkassenvorstand, sich die Pläne zur Schließung der filiale an der Weseler Straße noch einmal zu überlegen.

Christel Thole unterschreibt einen Aufruf an den Sparkassenvorstand, sich die Pläne zur Schließung der filiale an der Weseler Straße noch einmal zu überlegen.

"Ausgerechnet die Filiale mit Herz, mit beliebten und kompetenten Mitarbeitern fällt der Wirtschaftlichkeit zum Opfer." Vor allem für die älteren Menschen in der Saarsiedlung, Im hohen Winkel und rund um die Weseler- / Dorstener Straße bis hinunter zur Annabergstraße seien die Wege in die Stadtmitte für einen Bankbesuch zu weit. "Die Bank in der Nähe ist bequem für alle, die nicht motorisiert sind, und nur einen kurzen Rad- oder Fußweg noch schaffen." Auch die Geschäftsleute in der Nachbarschaft bedauern das Ende der Filiale.

Ältere Bürger leiden

Innerhalb kürzester Zeit haben Bernd Wirtz und Doris Sommerei über 300 Unterschriften gesammelt, die sie mit weiteren Ende der nächsten Woche dem Sparkassenvorstand überreichen wollen. Darin bitten sie ihn, das Vorhaben zu überdenken. Die Aussichten sehen aber schlecht aus. "Die Fakten mit dem Vermieter sind bereits geschaffen", erklärt Sparkassenvorstand Jutta Kuhn. "Unser Konzept lautet ,Wir sind alle Gewinner'. Und hier in der Hauptstelle können wir unsere Kräfte besser bündeln und das leisten, was die Kunden von uns fordern." Ein großzügiges Selbstbedienungscenter, verlängerte Öffnungszeiten, mehr Beratungszimmer, höhere Servicequalität, bessere Parkplatzsituation und die Nähe zur Innenstadt zählt Jutta Kuhn die Vorzüge der Hauptstelle an der Koeppstraße auf. Der Weg verlängere sich geringfügig, dafür leiste die Sparkasse mehr. Es handle sich eher um einen Umzug, denn auch die Mitarbeiter siedeln zur Koeppstraße um. "So bleibt das Miteinander mit den gewohnten Beratern bestehen", so Jutta Kuhn. "Wir gehen auf alle unsere Kunden zu und sprechen sie auf unsere Pläne ans. Die bisherigen Ergebnisse stellen sich weit unkritischer dar, daher werden wir an unserem Vorhaben festhalten."

Die betroffenen Kunden allerdings sehen nur Nachteile. "Ich verstehe das nicht, da war immer was los", wundert sich Marlies Kaiser. Das sieht auch Bernd Wirtz so, der sich ebenso wie Elisabeth Rostek, Christiane Hentschel und Christel Thole zum Fürsprecher der Älteren macht: "Das ist nicht in Ordnung. Viele schaffen den Weg in die Stadt nicht mehr."

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