Frust im Elterbreischlag: Vertragen sich Regenwasser und eine Spielfläche für Kinder?

rnBürgerkritik

Eine Mulde für die Versickerung von Regenwasser in der Nähe einer Kinderspielfläche sorgt für Ärger. „Das geht gar nicht“, sagen Eltern und Anwohner.

Sythen

, 19.05.2019, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Elterbreischlag sorgt eine Mulde, die von der Stadt für die Versickerung von Regenwasser auf einer Grünfläche angelegt wurde, für Diskussionen. Direkt daneben befindet sich nämlich eine Spielfläche für Kinder. Anwohner kritisieren diese Kombination und machen auf die Gefahr durch Ertrinken aufmerksam.

Gebaut wurde die Staufläche, die offiziell nicht als Regenrückhaltebecken bezeichnet werden kann, allerdings auch auf Bitten von Anwohnern. Diese hatten sich nämlich bei der Stadt beschwert, dass sich auf der Grünfläche im Bereich der Sophie-Scholl-Straße und des Melkenwegs das Regenwasser sammelt.

Um das Entwässerungsproblem zu beheben, entstand die Mulde, in die vom Baubetriebshof Versickerungsstränge eingearbeitet wurden.

Wasser staut sich im Elterbreischlag wenige Zentimeter noch

„Die Fläche ist nun fast immer trocken“, erklärte Siegfried Schweigmann, Leiter des Rechtsamtes der Stadt, auf Anfrage. Da sich das Wasser auf höchstens zehn Zentimeter Höhe staue, sei eine Umzäunung nicht notwendig (sie ist erst ab 40 Zentimetern vorgeschrieben).

„Wir haben es gut gemeint. Die Sache war außerdem mit entsprechendem Aufwand verbunden“, führte Siegfried Schweigmann aus. Bisher habe niemand eine Gefahr gesehen. Die Stadt würde die Versickerungsanlage nur ungern wieder abbauen.

„Kinderspielplatz und Teich vertragen sich nicht“, finden dagegen die Anwohner mit kleineren Kindern, die sich mit ihrer Ansicht auch an Bürgermeister Bodo Klimpel wendeten. Sie weisen auf die akute Ertrinkungsgefahr hin.

Zwar wiesen Schilder einen Teil der Fläche im Elterbreischlag als „Kinderspielplatz“ aus, offiziell handele es sich aber nur um eine „Grünanlage mit integrierten Spielpunkten“, beantwortete Klimpel die Eingabe der Bürger.

Die Schilder seien dort lediglich aus praktischen Gründen angebracht. So finden sich auf ihnen die Kontaktdaten des städtischen Ansprechpartners, falls ein Defekt an einem Spielgerät oder ein anderer Missstand entdeckt würde. Dann könnte umgehend für Abhilfe gesorgt werden.

„Die Tiefe der Wasserstelle ist nicht entscheidend“

Damit aber wollen sich die Anwohner, denen die Mulde zur Wasserversickerung ein Dorn im Auge ist, nicht zufriedengeben. „Es sei für die Bewohner des absolut kinderreichen Neubaugebietes nicht verständlich, wie die fragliche Fläche bewusst so geplant und realisiert werden konnte“, argumentieren sie.

Sie könnten die Ansicht nicht teilen, dass „eine größere Pfütze im Alltag keine Gefahr darstellt“. Ertrinken sei bei ein- bis fünfjährigen Kindern die häufigste nicht natürliche Todesursache.

„Nicht die Tiefe der Wasserstelle ist entscheidend, sondern ihre Zugänglichkeit“, haben die Kritiker an ihren Bürgermeister geschrieben. Zudem sei es für alle, die mehr als ein Kind haben, unmöglich, gleichzeitig immer beide im Blick zu haben.

Es bestehe also auch unter Beaufsichtigung die Gefahr, dass Kinder zu Schaden kommen, die sich erfahrungsgemäß vom Wasser magisch angezogen fühlen. Die Bürger bitten nun um Lösungsvorschläge der Stadt.

Lesen Sie jetzt