Eltern gründen in Haltern Naturkita und suchen dafür ein Grundstück am Wald

rnKinderbetreuung

Fünf Familien wollen in Haltern einen Naturkindergarten gründen. Sie haben ein Konzept, aber das Wichtigste fehlt: Ein etwa 1000 Quadratmeter großes Grundstück an einem Waldrand.

Haltern

, 27.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle fertig machen zum Rausgehen! Der wesentliche Unterschied zu einem konventionellen Kindergarten ist, dass die betreuten Kinder mit ihren Erziehern fast immer draußen im Wald und auf der Wiese sind. Und das bei jedem Wetter.

„Für uns steht der Wunsch nach einem Ort, an dem Kinder geborgen und behütet außerhalb ihrer Familie betreut und begleitet werden, an dem sie die spannende und aufregende Welt entdecken und ihr Potenzial optimal entfalten können, im Fokus“, sagt Kristina Nickel. Die Natur biete dafür den perfekten Rahmen. Kristina Nickel, Hannah Weber, Stefanie Parzy, Rahel Artmann und Anika Pirronello bereiten gerade die Vereinsgründung vor.

Familien möchten gern im Sommer starten

Im Sommer 2020 würden sie gern mit der Naturkita starten. Das ist kein illusorischer Plan, denn große Baupläne müssen sie nicht schmieden. Ein Naturkindergarten kommt mit einem Tiny-House oder einem Bauwagen als Schutzhütte aus - als Rückzugs- und Unterschlupfmöglichkeit für gezielte Angebote und als Aufbewahrungsort für Materialien.

Nur bei extremen Witterungsverhältnissen wie Sturm beispielsweise weichen die Kinder in ein festes Gebäude aus. Das könnte in Haltern zum Beispiel ein Pfarrheim sein.

Die neue Kita könnte ein Gegenpol sein

Grundsätzlich aber sind die Kinder draußen. Hier soll sich ihr Alltag abspielen. Beim täglichen Aufenthalt unter freiem Himmel sollen die Jungen und Mädchen ihre Umwelt mit allen Sinnen erfahren, die Natur schätzen lernen und ein Umweltbewusstsein entwickeln. „Wir haben uns andere Naturkindergärten angeschaut“, berichtet Rahel Artmann, „dort haben wir so glückliche, stressfreie Kinder gesehen. Das war faszinierend.“ Die Mütter suchen eine Alternative zum Regelkindergarten. Aber nicht, weil die Betreuungsplätze dort fehlen, sondern aus Überzeugung.

Kinder seien heute oft überreizt. Die neue Kita könnte ein Gegenpol sein. In der Natur sei genügend Raum zum Spielen und Lachen, Singen und Träumen, Bewegen und Ruhen, Toben und Bauen – ganz einfach zum unbeschwerten Kindsein.

Im Ausschuss Generationen und Soziales ist die Idee wohlwollend vernommen worden, in dieser Woche trifft die Elterninitiative sich zu weiteren Gesprächen mit dem Jugendamt. Die Stadt habe bereits ihre Unterstützung angekündigt, so die Mütter.

Bauwagen, Essecke und Feuerstelle sollen errichtet werden

Mit einer Gruppe und 20 Kindern im Alter zwischen zwei und sechs Jahren sowie voraussichtlich vier pädagogischen Kräften will der neue Verein im nächsten Kindergartenjahr starten. Bis zu 35 Betreuungsstunden können gebucht werden. „Sicherlich sind wir auf Eltern und Ehrenamtliche angewiesen“, sagt Kristina Nickel. Insgesamt schwebt allen eine große, in Freundschaft verbundene Gemeinschaft vor.

Das Grundstück für den Naturkindergarten wollen sie pachten oder kaufen. Ideal wäre eine große, am Waldrand oder in unmittelbarer Waldnähe gelegene Wiese. Dort müsste es dann möglich sein, einen Bauwagen oder ein Tiny-House aufzustellen sowie eine überdachte Essecke und eine Feuerstelle zu errichten.

Als Ausweichmöglichkeit wird ein Schutzraum gesucht

Zudem wird ein Schutzraum als Ausweichmöglichkeit gesucht. Dieser muss nicht in unmittelbarer Nähe zum Naturkindergarten sein, sollte aber vormittags ungenutzt sein. Wer die Elterninitiative unterstützen möchte und/oder ein mögliches Grundstück besitzt, melde sich unter glueckspilze-haltern@web.de

Lesen Sie jetzt