Eltern möchten, dass die Stadt die Bolzplatz-Schließung an der Römerstraße zurücknimmt

rnKeine Mehrheit im Ausschuss

„Das ist kein gewöhnlicher Bolzplatz!“, finden Familien. Sie kämpfen leidenschaftlich dafür, dass die Stadt die Schließung dieses Platzes an der Römerstraße zurücknimmt.

Haltern

, 19.09.2019, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nina Buthe und Martin Rennemeier setzen sich vehement für den Erhalt des Spiel- und Bolzplatzes an der Römerstraße seitlich der Laurentiuskirche ein. Mehrmals waren sie deshalb bei Bürgermeister Bodo Klimpel in der Sprechstunde, am Donnerstagabend hielt Martin Rennemeier im Ausschuss Bauen und Verkehr ein 15-minütiges Plädoyer. Unterstützung finden die Eltern in der SPD: Die Partei beantragt die Rücknahme der Schließung.

Mit diesem Antrag scheiterte die SPD in der Sitzung, aber Gerd Becker (Leiter des städtischen Baubetriebshofes) wird sich mit den Eltern verabreden und ihnen im Auftrag der Politik in kleinen Teilen entgegenkommen.

Kinderspielplätze wurden von 87 auf 58 reduziert

Hintergrund ist, das der Rat im September 2012 zwecks Haushaltssanierung beschlossen hatte, die Zahl der Kinderspielplätze wegen Personaleinsparungen und aus Kostengründen sukzessive bis zum Jahr 2021 von 87 auf 58 zu reduzieren, zwei Spielplätze zu verkleinern und acht von 17 Bolzplätzen aufzulösen.

So entschied der Rat im März diesen Jahres einstimmig, den Bolzplatz in der Grünanlage Römerberg zu schließen, weil die Tore und der Ballfangzaun nach Ansicht des Baubetriebshofes marode waren. Der Spielplatz mit den alten Geräten soll dagegen zunächst erhalten bleiben. Bei Familien stieß das bitter auf. Die SPD entschied sich in der Folge für eine Kehrtwende. „Wir haben eine falsche Entscheidung getroffen. Viele Familien in diesem Quartier haben keine eigenen Gärten und sind auf den Spiel- und Bolzplatz angewiesen“, untermauerte Antje Bücker in der Sitzung den SPD-Antrag. Gerd Becker ärgert sich über das Verhalten, weil die SPD keine Alternative benennt. Außerdem sagte er: „Wir haben deutlich zu viele Spielflächen, die wir unterhalten müssen, obwohl das Personal längst abgebaut ist.“

„Auch der Spielplatz ist ja in einem eher traurigen Zustand“

Weder CDU noch FDP, Wählergemeinschaft und Grüne schlossen sich dem SPD-Antrag an. Aber sind mit einem Kompromissvorschlag von Gerd Becker einverstanden. Er will sich mit den Eltern treffen und schauen, ob in Teilbereichen zur Sicherheit der Kinder ein Zaun aufgestellt werden müsste und stellt auch Holz für zwei Tore zur Verfügung.

„Ob wir mit dem Kompromiss leben können, möchten wir vom persönlichen Gespräch mit Herrn Becker abhängig machen“, sagte Nina Buthe nach der Sitzung. Es sei geplant, gemeinsam vor Ort zu besprechen, wie der Kompromiss aussehen könnte. „Generell verstehen wir die mit dem Stärkungspakt einhergehenden Notwendigkeiten. Als Eltern würden wir uns aber natürlich für unsere Kinder und die gesamte Nachbarschaft eine attraktivere Spiel- und Bolzfläche für das gesamte Quartier wünschen. Auch der Spielplatz ist ja in einem eher traurigen Zustand.“

Martin Rennemeier betonte in der Sitzung, dass der Platz stark frequentiert sei und ein großes Einzugsgebiet habe. Durch die Beseitigung des Zaunes habe die Stadt eine unnötige Gefahrenlage geschaffen worden. „Uns wundert, dass wir nicht in Kenntnis gesetzt wurden, obwohl wir immer mit Bürgermeister Klimpel im Gespräch waren.“

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