Eltern schlossen Mustafa in die Arme

04.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Haltern Die Freude am Flughafen in Kabul am vergangenen Freitag war überschwänglich und vor allem auch tränenreich: Die Eltern schlossen ihren Sohn Mustafa Ahmadie in die Arme - nach fünf Jahren.

Diese Familienzusammenführung ist vor allem ein Verdienst der Leserinnen und Leser der Halterner Zeitung. Mit ihren Spenden haben sie den Flug des Jungen in die afghanische Hauptstadt erst möglich gemacht. Mustafa lebt seit fünf Jahren bei seinem afghanischen Pflegevater Wahldullah Osmani in Haltern, besucht hier die Hauptschule. Osmani konnte den Flug nach Afghanistan bislang aber nicht bezahlen, deshalb hatte sein Pflegesohn die leibliche Familie so lange nicht mehr gesehen. Der 13-Jährige litt unter schrecklichem Heimweh.

Mustafa ist schwer an Rheuma erkrankt. In der Heimat kann seine Poly-Arthritis nicht behandelt werden. Deshalb wurde er vor fünf Jahren nach Deutschland gebracht und hat seitdem die Eltern und seine fünf Geschwister nicht mehr gesehen. Der Flug nach Afghanistan wurde vom Mülheimer Verein «Kinder brauchen uns» organisiert. Von Düsseldorf aus ging es mit anderen kranken Kindern über Dubai nach Kabul. Während des Fluges wurde Mustafa medizinisch betreut. Geplant ist es jetzt, dass er bis zum 19. Juli bei seiner Familie bleibt.

Großzügige Spenden

Für vier Wochen hat er Medikamente dabei. Aus den Leser-Spenden, der Flug kostete 850 Euro, erhielt Mustafa noch etwas Geld, um sich seinen Lebensunterhalt für drei Wochen bei seiner Familie selbst zu finanzieren. Nach Haltern kommt er aber in jedem Fall zurück, um sein Rheuma weiterbehandeln zu lassen. Für Deutschland besitzt Mustafa Ahmadie eine Aufenthaltsgenehmigung. Seine Krankheit ist unheilbar. In Deutschland wird Mustafa von der Rheumaklinik in Sendenhorst betreut. Dort erzählte er von seinem Heimweh, die Mitarbeiter nahmen Kontakt zum Mülheimer Verein auf. big

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