Eltern wollen für flexible OGS streiten

Initiative wehrt sich

Ein verpflichtender Offener Ganztag (OGS) ist familienfeindlich und kann nicht der richtige Weg sein: Rund 100 Väter und Mütter applaudierten Christian Zehren im Kolpingtreff, als er am Donnertagabend zur Gründung einer Elterninitiative aufrief.

Haltern

, 19.11.2016, 00:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Christian Zehren (5.v.l.) und seine Mitstreiter diskutierten unter anderem mit Ludger Muck (Schulamt), Birgit Völxen (Landeselternschaft) und Kämmerer Dirk Meussen.

Christian Zehren (5.v.l.) und seine Mitstreiter diskutierten unter anderem mit Ludger Muck (Schulamt), Birgit Völxen (Landeselternschaft) und Kämmerer Dirk Meussen.

Christian Zehren hat Mitstreiter gefunden. Zusammen haben sie die Initiative „Eltern für familienfreundliche Offene Ganztagsschule“ gegründet. In einer landesweiten Aktion wollen sie für eine flexible OGS streiten und eine Petition bei der Landesregierung einreichen.

Den Stein ins Rollen brachte die Stadt mit ihrer Ankündigung, künftig entsprechend dem Erlass der Landesregierung nur noch einen fünftägigen Besuch der OGS zulassen zu können. Andernfalls drohe eine Aufforderung zur Rückzahlung der Fördergelder. Die Gemeindeprüfungsanstalt NRW sitzt der Stadt im Nacken.

Christian Zehren nannte im Kolpingtreff (wo es nur noch darum ging, wenigstens einen Stehplatz zu ergattern) fünf Argumente gegen verbindliche fünf Tage OGS:

  •  Familienzeit muss sein.
  •  Eine Fünf-Tage-Betreuung entspricht nicht dem Bedarf in Haltern.
  •  Die Zeit für Vereine und Freizeitaktivitäten reicht nicht mehr aus.
  • Eltern haben keine Möglichkeit der Betreuung von Hausaufgaben.
  •  Kinder werden physisch und psychisch überstrapaziert.

Schulamtsleiter Ludger Muck war ganz nah bei den Eltern: „Ich kann diese Argumente nur unterschreiben. Unser Ziel war von Beginn an, 2002 mit einer familienfreundlichen OGS an den Start zu gehen und deshalb haben wir einen Besuch großzügig geregelt.“ Jetzt aber zwinge die Bezirksregierung Haltern dazu, sich an dem Ministererlass zu orientieren. Ausnahmen sind nur mit Erlaubnis der Schulleitung möglich.

Keine Stadt musste zahlen

„Flexibilität ist nur in engem Maße möglich und gewollt“, erklärte Birgit Völxen (Landeselternschaft). Aber sie kenne keine Stadt, die Fördermittel habe zurückzahlen müssen. „Das Problem könnte geringer sein als wir es heute diskutieren.“ Das wollte Ludger Muck so nicht stehen lassen. Solange eine Rückforderung im Raum stehe, müsse die Stadt Haltern konsequent reagieren. Anwesende Kommunalpolitiker schlugen sich auf die Seite der Eltern. „Gemeinsam müssen wir das Beste erreichen“, sagte beispielsweise Marlies Breuer.

Die Initiative sammelte noch am Donnerstag erste Unterschriften für die Petition und will nun so viel Öffentlichkeit wie möglich herstellen. Christian Zehren kündigte an: „Wir bringen die Aktion auch in andere Städte.“ 

Mehr Infos unter http://www.ogs-familienfreundlich.de

Lesen Sie jetzt