Engpass bei Kita-Plätzen überbrücken

Stadt will Eltern helfen

Alle Kinder über drei Jahren erhalten ab Sommer einen Kindergarten-Platz in Haltern, einen Versorgungsengpass aber gibt es im U-3-Bereich. Die Stadt sucht nach einer Übergangslösung und hat dafür zwei Objekte im Auge.

HALTERN

, 12.03.2017, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Hinter der ehemaligen Martin-Luther-Schule entsteht derzeit ein neuer Kindergarten. Für einen weiteren mit 100 Plätzen sucht die Stadt gerade einen geeigneten Standort.

Hinter der ehemaligen Martin-Luther-Schule entsteht derzeit ein neuer Kindergarten. Für einen weiteren mit 100 Plätzen sucht die Stadt gerade einen geeigneten Standort.

„Ob wir am Ende tatsächlich über 100 unversorgte Kinder unter drei Jahren reden, werden wir sehen, wenn in einigen Wochen alle Bedarfsanzeigen abgearbeitet sind“, erklärte Gisbert Drees (Fachbereichsleiter Jugend/Foto) am 9. März im Ausschuss Generationen und Soziales. Um den Eltern zu helfen, denke die Stadt über eine „niederschwellige Betreuung“ nach. Damit sind Spielgruppen gemeint, in denen die unter Dreijährigen vormittags 25 Stunden wöchentlich ohne Mittagsverpflegung betreut werden. „Wir können uns vorstellen, diese Gruppen in der Erich-Kästner-Schule oder auch im Trigon einzurichten.“ Im April sind Vertreter des Landesjugendamtes vor Ort, um mit der Verwaltungsspitze und Vertretern einiger städtischer Fachbereiche die Situation zu besprechen.

Aufwand prüfen

„Nach diesem Gespräch werden wir wissen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um übergangsweise eine solche Betreuung anbieten zu können“, erklärte Gisbert Drees. Und es gehört noch mehr dazu. Die Stadt muss auch klären, welcher finanzielle, bauliche und organisatorische Aufwand für die Übergangslösung nötig ist. Bis Anfang April erwartet das Jugendamt von den Eltern Rückmeldungen, ob sie sich ein solches Angebot vorstellen können. „Wir müssen über gesicherte Zahlen verfügen, damit wir weder zu defensiv noch zu offensiv planen“, betonte Gisbert Drees.

Daneben versucht die Stadt, Potenziale über die Tagespflege zu erschließen. Außerdem sucht sie einen Standort für einen weiteren neuen Kindergarten mit 100 Plätzen. „Wir tun, was wir können, um Lösungen zu schaffen. Ich will aber auch sagen, dass das sowohl jetzt als auch in der Zukunft nicht immer so passgenau möglich sein wird, wie Eltern es in jedem Einzelfall wünschen“, stellte der Jugendamtsleiter klar. „Wir unternehmen aber alles, um das Optimum für die Eltern herauszuholen.“

Votum für Hullern

Dass das keine hohlen Worte sind, bewies die Stadt in Hullern. In Abstimmung mit der katholischen Kirchengemeinde werden nun 20 Plätze für Kinder über drei Jahren geschaffen. Ursprünglich war vorgesehen, den Mehrzweckraum dafür umzufunktionieren. Das geht aber nicht, weil dieser schon für offene Gruppenarbeit genutzt wird. „Wir müssten das Konzept des Kindergartens umschreiben, hielten wir an der angedachten Lösung fest“, sagte Karl-Heinz Gerritsen (Leiter der Zentralrendantur) im Ausschuss.

So wird nun ein Gruppenraum in Holzrahmenbauweise neu gebaut. Das kostet die Stadt 40 000 Euro. Dennoch stimmten alle Parteien im Ausschuss zu. Auch vor dem Hintergrund, dass eine Weiternutzung für die Offene Ganztagsschule möglich ist.

Lesen Sie jetzt