Entlassenem Halterner Pfarrer droht keine finanzielle Not

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Am Sonntag wurde bekannt, dass ein ehemaliger Pfarrer von St. Sixtus Haltern wegen unangemessener Text-Nachrichten entlassen worden war. Am Montag folgten weitere Details seitens der St.-Sixtus-Gemeinde und des Bistums.

Haltern

, 15.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Am Sonntag wurde in Haltern bekannt gegeben, dass der ehemalige Halterner Pfarrer wegen des Vorwurfs des Versendens pornografischer Nachrichten aus dem Kirchendienst entlassen worden war. Am Montag haben sich das Bistum Münster und die St.-Sixtus-Gemeinde auf Nachfrage zu weiteren Details geäußert.

Pfarrer bat in Haltern Gemeindemitglieder um Geld

In der vergangenen Woche seien Gemeindemitglieder auf die Kirche zugegangen, weil sie von dem Seelsorger schriftlich um finanzielle Unterstützung gebeten worden waren, erklärte Pfarrer Michael Ostholthoff am Montag. Das Bistum wurde darüber am Samstag informiert und untersagte dem Pfarrer noch am gleichen Tag, um Geld zu bitten, wie Bistumssprecher Stephan Kronenburg ergänzte. Er habe in seinen Anschreiben den Eindruck erweckt, dass er das Geld unter anderem für seine Rückkehr nach Brasilien und seine künftige finanzielle Absicherung brauche. „Er hat unmittelbar nach der Anweisung des Bistums zugesagt, das nicht mehr zu tun“, so Stephan Kronenburg.

Das Bistum habe dem Priester zugesichert, dass es ihn finanziell unterstütze, damit er nicht ins „Bodenlose“ falle, so Ostholthoff. Auch, weil dieser seine Dienstwohnung und sein Dienstauto kurzfristig abgeben musste. Er erhält nun laut Auskunft des Bistums eine einmalige Übergangszahlung als Überbrückungshilfe.

Pornografische Chats mit 39-jährigem Duisburger

Der Pfarrer wurde entlassen, weil er einem 39-jährigen Duisburger über Whats-App unangemessene Nachrichten mit pornografischen Inhalten zugeschickt haben soll. Von dem Chat erhielt das Bistum Ende September Kenntnis. Der Betroffene hatte sich zuvor dem Seelsorgeteam der St.-Franziskus-Gemeinde in Duisburg anvertraut, wo der Pfarrer zu diesem Zeitpunkt seelsorgerisch tätig war. Das Team meldete den Vorfall gemäß der Präventionsrichtlinien dem Bistum. Der Betroffene gab zu, entsprechende Nachrichten verschickt zu haben. Laut Bistumssprecher wurde keine Anzeige erstattet. „Da es sich um einen Vorgang zwischen zwei Erwachsenen handelt und keine strafrechtlich relevanten Inhalte ausgetauscht wurden, wurden die staatlichen Strafverfolgungsbehörden nicht eingeschaltet“, so Stephan Kronenburg.

Dass das Bistum offensiv mit dem Vorfall umgegangen ist, sei nicht außergewöhnlich. So sollte „die Berichterstattung über die Entlassung dem Schutz aller Beteiligten dienen. Eine transparente Kommunikation verfolgt immer auch das Ziel, Gerüchten und möglicherweise auch Vermutungen und falschen Verdächtigungen vorzubeugen“, so der Bistumssprecher.

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