Die Erdkabel werden in einer Tiefe von 1,40 bis 1,80 Meter verlegt. © Amprion
Stromtrasse

Erste Bürgerinformation zur neuen Stromtrasse war ein Erfolg

Netzbetreiber Amprion plant neue Stromtrassen per Erdkabel ins Ruhrgebiet. Erstmals informierte das Unternehmen jetzt die Bürger online über die Planungen. Lippramsdorf könnte tangiert sein.

Die angestrebte Energiewende macht sie notwendig: Mit Erdkabel-Stromtrassen soll Strom von der Nordsee – genauer aus Wilhelmshaven und Schleswig-Holstein – zu den Verbrauchern im Ruhrgebiet transportiert werden. Die Planungen für die dazu notwendigen Trassen haben beim Netzbetreiber Amprion jetzt begonnen.

Eine davon könnte auch das Gebiet von Lippramsdorf tangieren, aber sicher ist das noch nicht, da in diesem frühen Planungsstadium noch mehrere Varianten möglich sind. „Es gibt eine Korridorvariante in der Planung des Vorhabens ‚Korridor B‘, welche minimal Halterner Stadtgebiet tangiert“, hatte dazu eine Amprion-Sprecherin mitgeteilt.

1000 Bürger informierten sich online

In der vergangenen Woche informierte das Unternehmen erstmals interessierte Bürger über die Vorhaben in Online Informationsveranstaltungen. „Wir haben insgesamt vier solcher Veranstaltungen durchgeführt und rund 1000 Bürger erreicht“, zieht Amprion Sprecher Tobias Schmidt ein erstes positives Fazit.

„Die vier Veranstaltungen haben die gesamte Projektregion von der Nordsee bis zum Ruhrgebiet abgedeckt. Bei der ersten, die auch für den Kreis Recklinghausen stattfand, waren 350 Bürgerinnen und Bürger dabei, mehr als wir in Präsenz hätten erreichen können“.

Die Trassen werden zunächst mit einer Breite von etwa 1000 Meter geplant, die tatsächlich beanspruchte Trasse wird dann während der Bauphase 30 bis 40 Meter betragen.

„Wenn das Kabel in einer Tiefe von 1,40 bis 1,80 Metern verlegt ist, wird der Schutzstreifen darüber noch 12 Meter breit sein“, informiert Tobias Schmidt. In diesem Streifen ist dann allerdings keine Bebauung mehr möglich, auch Bäume dürfen nicht mehr gepflanzt werden.

Fertigstellung bis 2030

„In den Informationsveranstaltungen spielten auch Fragen zahlreicher Landwirte ein Rolle“, berichtet Tobias Schmidt. Die Bestellung der betroffenen Felder, durch die die Trasse verläuft, sei mit normalen Feldfrüchten aber weiterhin möglich, so der Amprion-Sprecher. Eventuelle in der Bauphase entstehende Ernteausfälle würden den Landwirten ersetzt.

Bis es soweit ist, muss das Planungsverfahren aber noch mehrere Genehmigungsstufen durchlaufen. Erst in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre ist mit dem Baubeginn zu rechnen, bis ca. 2030 sollen die Trassen fertiggestellt sein.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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