Erste Grippeverdachte in Haltern: „Keine Impfung rettet mehr Leben“

rnGrippe in Haltern

Die Grippewelle hat Deutschland erreicht, in Haltern gibt es die ersten Verdachtsfälle. Apotheker Dr. Hannes Müller warnt davor, die Erkrankung auf die leichte Schulter zu nehmen.

Haltern

, 28.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Grippewelle ist da, verkündet das Robert-Koch-Institut (RKI) bei Twitter. In Haltern ist sie aber offenbar noch nicht ganz angekommen. Bisher sei die Grippesituation in Haltern völlig unspannend gewesen, sagt Dr. Hannes Müller, Filialleiter der Römer-Apotheke an der Römerstraße.

Das bestätigte auch Dr. Astrid Keller, Ärztesprecherin in Haltern, Mitte Januar. „Aktuell gibt es nur vereinzelte Fälle, von einer echten Grippewelle kann man noch nicht sprechen.“ Es habe jedoch viele Atemwegs- und Magen-Darm-Infekte gegeben. Am vergangenen Freitag dann allerdings hieß es, es hätten sich einige Verdachtsfälle ergeben.

NRW-weit bleiben Zahlen laut RKI stabil

Bis zum Ende der zweiten Januarwoche hat es im Kreis Recklinghausen laut dem Landeszentrum für Gesundheit (LZG) in Bochum insgesamt 20 Influenzafälle gegeben. Das sind bis zu der Woche neun Fälle mehr als im Vorjahresvergleich. Auf NRW-Ebene blieb die Zahl der Influenzafälle in der dritten Kalenderwoche mit 116 stabil, heißt es im aktuellen Bericht des RKI. Zahlen auf Stadtebene werden nicht erhoben.

Die Apotheken in Haltern haben sich allerdings ausreichend mit dem Impfstoff eingedeckt. Aktuell sei auch - anders als in der Vorjahressaison - immer noch Impfstoff lieferbar, sagt Dr. Hannes Müller. Ähnlich ist die Lage auch in der Hirsch-Apotheke von Klaus Dewies. Nach der großen Nachfrage im vergangenen Jahr hätte sich die Lage nun wieder normalisiert, so Müller.

„Wir haben in Deutschland immer noch miserable Impfquoten“

Aber: „Wir haben in Deutschland immer noch miserable Impfquoten im Europa-Vergleich. Das ist zwar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, aber insgesamt sind hier viel zu wenige geimpft“, sagt Dr. Hannes Müller. „Da gibt es welche, die lassen sich grundsätzlich impfen.“ Andere hingegen wollten sich nicht impfen, weil sie denken, sie werden nicht betroffen, sagt Müller.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle eine Grippe-Impfquote von 75 Prozent für die Gruppe der über 60-Jährigen. In Deutschland seien allerdings gerade einmal 35 Prozent der Menschen ab 60 Jahren geimpft, sagt der Halterner Apotheker. Das sei ein Problem. Denn gerade im Alter könne die Grippe wirklich lebensbedrohlich werden, so Müller.

Einige, die sich impfen ließen, und dann eine Erkältung bekämen, hielten das für die Grippe und entschieden sich dann gegen eine erneute Impfung. Dabei, so zitiert Müller den Präsidenten des RKI aus einer Rede aus dem September 2019: „Es gibt keine andere Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt.“

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