Erster Corona-Fall in einem der fünf Halterner Altenheime

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Eine Bewohnerin der Alloheim Senioren-Residenz ist positiv auf das Corona-Virus getestet. Sie liegt im Sixtus-Hospital auf der Quarantäne-Station. Unklar ist, ob es weitere Erkrankte gibt.

Haltern

, 23.04.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haltern hat einen ersten Corona-Fall in einem Altenwohnhaus. Betroffen ist eine Seniorin der Alloheim Senioren-Residenz „Sythen am See“. Die Unternehmensleitung bestätigte das. Die Bewohnerin wurde am Samstag wegen einer anderen Erkrankung mit dem Rettungswagen der Feuer- und Rettungswache ins Halterner Sixtus-Hospital gebracht. Dort wurde sie routinemäßig getestet. Nach einem ersten negativen Test ergab ein zweiter dann aber ein positives Abstrichergebnis. Die Bewohnerin liegt nach wie vor im Krankenhaus.

Der Heimbeirat informierte Bewohner der Sythener Residenz am Mittwoch kurz nach 12 Uhr per WhatsApp darüber. Die Kommunikation war mit der Heimleitung abgestimmt. Die Heimleiterin verständigte Bürgermeister Bodo Klimpel von den neuen Entwicklungen. Klimpel nahm nach eigenen Angaben sofort Kontakt mit Landrat Cay Süberkrüb auf und bat darum, die Testung aller Bewohner und Mitarbeiter zu veranlassen.

160 Abstriche werden in Bad Salzuflen ausgewertet

Das Deutsche Rote Kreuz kam direkt am Donnerstagmorgen mit einem mobilen Team zum Seniorenheim und nahm Abstriche von allen Bewohnern und Mitarbeitern. Sie täten das mitten auf der Straße, meldete sich ein Passant aufgeregt bei der Halterner Zeitung. Das dreiköpfige Team des DRK streitet das jedoch ab.

Es versicherte vielmehr, die Abstriche aus hygienischen Gründen selbstverständlich in einem geschlossenen Raum und damit im Altenheim selbst genommen zu haben. Bettlägerige und weniger mobile Bewohner seien in ihren Zimmer getestet worden. Die Heimleitung habe sich bedankt für den guten und rücksichtsvollen Einsatz, hieß es seitens des DRK. Die 160 Abstriche gingen am Donnerstagnachmittag nach Bad Salzuflen zum Labor Krone, mit den Ergebnissen rechnet das DRK am Freitag oder Samstag. Alle Bewohner und Mitarbeiter seien bislang symptomfrei, versichert eine Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen.

Zwei Rettungssanitäter sind in Quarantäne

Die beiden Rettungssanitäter der Feuer- und Rettungswache, die die Seniorin ins Krankenhaus gebracht haben, sind ebenfalls getestet und nun in Quarantäne geschickt worden.

„Alloheim nimmt seine Verantwortung für das Wohl von Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern im Zusammenhang mit dem Infektionsschutz sehr ernst“, schreibt eine Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen in einer schriftlichen Stellungnahme. So seien frühzeitig Präventionsmaßnahmen eingeleitet worden. Bereits Anfang März habe man darum gebeten, Besuche in der Seniorenresidenz möglichst zu vermeiden. Seit dem 23. März gelte ein generelles Besuchsverbot, außer in dringenden Notfällen.

In solchen Einzelfällen würden strenge Schutzvorkehrungen getroffen und vom Fachpersonal der Einrichtung nachgehalten. Um Kontaktwege auch in diesen Ausnahmen rekonstruieren zu können, werde eine Besucherliste geführt. Wie das Virus ins Haus gekommen sei, könne kaum geklärt werden, hieß es seitens der Unternehmensführung.

„Genügend Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel“

Auf die Kritik von Angehörigen, es habe bei der Ausstattung von Hygieneartikeln Versäumnisse gegeben, antwortet Alloheim: „Alle Einrichtungen der Alloheim-Gruppe verfügen im Rahmen der derzeitigen allgemeinen Beschaffungsmarktsituation über ausreichend Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel, so die Senioren-Residenz „Sythen am See“. Darüber hinaus sind wir mit den jeweiligen Gesundheitsämtern und zuständigen Behörden in einem engen, sehr positiven Kontakt.“ Bei der Arbeit orientiere sich die Einrichtung an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und habe diese in das eigene Hygienehandbuch sowie in die Abläufe übernommen.

Sollte es zu einer weiteren positiven Testung kommen, werde in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt ein detailliertes Isolations- und Quarantänekonzept umgesetzt, kündigt das Unternehmen an.

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