Ertrunkene aus dem Silbersee werden obduziert

Nichtschwimmer in tiefem Wasser

Zwei junge Männer gingen am Sonntagabend im Halterner Silbersee unter - im Krankenhaus starben sie in der Nacht zu Montag. Von der Polizei heißt es: "Im Moment sieht es nach einem Unglücksfall aus, aber es sind noch Fragezeichen zu klären." Wir haben nachgehört, was Seebetreiber und DLRG zu dem Fall sagen.

SYTHEN

, 10.07.2017, 15:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei den beiden 22-Jährigen handelt es sich nach Auskunft der Polizei um indische Staatsbürger. Sie wohnten in Essen und in Düsseldorf. Freunde, die mit ihnen am See waren, sagten aus, dass die Männer nicht schwimmen konnten. Dennoch waren sie zu weit in den See gelaufen, nach fünf bis sechs Metern ging es etwas steiler hinunter und sie sanken hinab.

Beim Klick auf das Luftbild erscheinen Punkte, die Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sowie den ungefähren Unglücksort markieren:  

Nach fast 30 Minuten unter Wasser fanden Schnorcheltaucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Männer. Den bislang letzten Todesfall im Silbersee gab es im August vergangenen Jahres. Damals verließen einen 23-Jährigen aus Herne beim Schwimmen die Kräfte. „Davor hatten wir aber sechs Jahre lang keine Todesfälle“, erklärte DLRG-Chefin Anne Feldmann.

„Es sind tragische Unfälle, die wir scheinbar nicht verhindern können“, sagte Silbersee-Geschäftsführer Geisler am Tag nach dem Unglück vor Ort. „Mit unseren Warnschildern sind wir eigentlich zufrieden, die Piktogramme darauf halten wir für den richtigen Weg.“ Die Hinweise zu den Gefahren des Sees sind aber nur auf Deutsch formuliert.  Die Staatsanwaltschaft hat wie auch beim Todesfall im letzten Jahr Ermittlungen aufgenommen: „Die melden sich nur bei uns bei einem möglichen sogenannten Organisationsversagen“, so Geisler: „Das ist im letzten Jahr und auch jetzt nicht passiert.“

Polizeisprecher Michael Pillipp sagte: „Im Moment sieht alles nach einem Unglücksfall aus, aber es sind noch einige Fragezeichen zu klären.“ In den kommenden Tagen soll es eine Obduktion geben. Was genau in den Minuten nach dem Hilferuf passiert ist, kann Feldmann, die Präsidentin der DLRG Westfalen, nicht sagen, sie war nicht vor Ort. Die Taucher aus Dülmen seien nach 25 Minuten am See gewesen.

„Ein geübter Taucher braucht mindestens eine Viertelstunde, um sich bereit zu machen und ins Wasser zu gehen“, sagt sie. Ausrüstung muss angelegt und geprüft werden. Die nächste Taucherstaffel der Feuerwehr ist in Dorsten stationiert. Generell sagt Feldmann aber ganz klar: „Nichtschwimmer haben im Schwimmerbereich des Sees einfach nichts zu suchen.“ Das Baden im Silbersee geschieht immer auf eigene Gefahr.

Ansprechpartner für Schwimmkurse, auch für Erwachsene, sind in Haltern die oder der .

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