Es gibt viel mehr als Kaffee und Kakao

08.07.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Haltern Freitag morgen. Es ist windig, ungemütlich und der nächste Regenschauer lässt bestimmt nicht auf sich warten. Claudia Völkering, Anita Neumann und Brigitte Koch haben alle Hände voll zu tun, dass Ihnen ihr Stand auf dem Wochenmarkt nicht wegfliegt.

Aus Überzeugung

Wie jeden ersten Freitag im Monat verkaufen sie heute hier Waren aus den Eine-Welt-Läden der Gemeinden. Diesmal vertreten sie St. Sixtus und die evangelische Kirchengemeinde. Doch warum tut man so etwas? Warum wartet man an dieser zugigen Stelle auf dem Wochenmarkt auf Kunden? «Weil wir nicht nur Schön-Wetter-Verkäufer sind», lacht Claudia Völkering. «Wir machen das aus Überzeugung», erklärt Anita Neumann, «und man muss ja etwas tun und immer wieder wachrütteln und zeigen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, Lebensmittel einzukaufen.»

Kaffee, Kakao, das sind die typischen Dinge, die jeder vom Stand eines Eine-Welt-Ladens kennt. Doch die Produkte haben sich mittlerweile gewandelt. Anita Neumann: «Alles schmeckt wirklich.» Und mittlerweile gibt es auch Dinge, die richtig süchtig machen. So wie die süßen Popquins, die aus Reis-Quinoa (eine Getreidesorte) bestehen. «Die sehen zwar nicht so lecker aus, wenn man sie aber einmal geöffnet hat, muss man weiter essen», verrät Claudia Völkering, das schreckliche Geheimnis dieser Cracker.

Für sie ist die Unterstützung der Menschen in den Erzeugerländern durch den Verkauf von Eine-Welt-Waren die Basis, damit die Menschen dort ein Auskommen haben: «Spenden sind zwar auch gut, aber nicht alles.»

Bio-Produkte

Hinzu kommt, wer beispielsweise die in den Eine-Welt-Läden angebotenen Bananen kauft, der hilft auch den Plantagenarbeitern. Denn die Bananen werden biologisch angebaut. Dagegen verwenden die Großkonzerne für den Bananenanbau Pestizide, die sie auch über die Felder verteilen, während die Arbeiter im Einsatz sind. Und: Geld aus dem Bananenverkauf fließt später direkt an die jeweiligen Plantagen zurück und ermöglicht ihnen Hilfsprojekte für die Arbeiter. hei

Jeden 1. Freitag im Monat ist der Stand der Eine-Welt-Läden auf dem Wochenmarkt zu finden.

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