Evangelische Gemeinde Haltern initiiert Bündnis für Fairness im Wahlkampf

rnBündnis für Fairness

Die Halterner Parteien verpflichten sich zu Fairness, Respekt und Toleranz im Kommunalwahlkampf. Dazu hat die evangelische Gemeinde eingeladen.

Haltern

, 16.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstag unterzeichnen die Vertreter der fünf in Fraktionsstärke im Halterner Stadtrat vertretenen Parteien im Paul-Gerhard-Haus eine Erklärung, in der sie sich zum fairen Umgang mit den politischen Kontrahenten im Kommunalwahlkampf verpflichten.

„Das Bündnis für Fairness, Respekt und Toleranz geht auf einen Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen vom November 2019 zurück“, sagt Klaus Tykwer, stellvertretender Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde Haltern. Darin fordert die Landessynode die Gemeinden auf, im Kommunalwahlkampf die Initiative dafür zu ergreifen, dass die Parteien fair miteinander umgehen und jede Art von Verunglimpfungen,. Diffamierungen und Polarisierungen unterlassen, um nicht zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft beizutragen.

Gegen die Verrohung der Sprache

„Die Halterner Parteien (CDU, SPD, Grüne, WGH und FDP) waren gern bereit, die Erklärung zu unterschreiben“, sagt Klaus Tykwer. Gerade in Zeiten zunehmender Verrohung der Sprache war es uns wichtig gegenzusteuern.“ Die Unterzeichnung im Paul-Gerhard-Haus (20 Uhr am Dienstag, 18. 8.) wird über den You-Tube-Kanal der evangelischen Gemeinde (evangelisch in Haltern) übertragen und kann dort auch später noch angesehen werden.

„Damit machen wir den Auftakt zu einer Reihe von Produktionen, in denen wir uns mit dem Thema Kommunalwahlkampf auseinandergesetzt haben“, so Klaus Tykwer. Schon im Vorfeld wurden die fünf Spitzenkandidaten jeweils für ein Video interviewt. Auch diese Produktionen stellt die evangelische Gemeinde online, jeweils zwei pro Woche.

Auf dem You-Tube-Kanal wurden seit Beginn der Corona-Pandemie regelmäßig Gottesdienste übertragen. „Die Resonanz ist inzwischen weitaus größer, als wir je gedacht hätten“, sagt Klaus Tykwer. „Bis zu 700 Nutzer sehen sich die Videos an. Deshalb wollen wir den Kanal auch anders nutzen, im Wahlkampf zu einer neutralen Berichterstattung und Information beitragen.“

„Kirche ist nicht unpolitisch“

Nachhaltigkeit, Gemeinde, das sind Themen, auf die die Spitzenkandidaten angesprochen wurden. „Wir haben sie auch mal mit dem einen oder anderen Bibelzitat konfrontiert und gefragt, ob sie damit was anfangen können“, so Klaus Tykwer.

Die Zeit, in der Pfarrer von der Kanzel verkündeten, was ihre Gemeinde zu wählen habe, seien zum Glück vorbei, sagt Klaus Tykwer. „Aber wir wollen trotzdem zeigen, dass Kirche nicht unpolitisch ist.“

Auch der Diakoniegottesdienst und die Konfirmationsgottesdienste in den nächsten Wochen werden im You-Tube-Kanal übertragen. „Das sind allein zehn Gottesdienste“, sagt Klaus Tykwer. „Das wird für uns Ehrenamtler eine ganz schöne Herausforderung.“

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