Exklusive Radtour über den Truppenübungsplatz

Sperrgebiet in Lavesum

Einen exklusiven Einblick in den Lavesumer Teil der ehemaligen Truppenübungsplätze erhielten am Samstag 30 Teilnehmer einer geführten Radtour durch das Gelände - ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen.

LAVESUM

von Ulla Bönig

, 20.07.2015, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen Rost (3.v.l.), Leiter des Bundesforstbetriebes Münster, führte die Radgruppe durch den Lavesumer Teil der ehemaligen Truppenübungsplätze.

Jürgen Rost (3.v.l.), Leiter des Bundesforstbetriebes Münster, führte die Radgruppe durch den Lavesumer Teil der ehemaligen Truppenübungsplätze.

Jeder Teilnehmer der von der CDU Lavesum organisierten Tour wurde gebeten, sich in einer Liste einzutragen und zu unterschreiben, dass er bei der Begehung selber haftet. Eindringlich wies der Leiter des Bundesforstbetriebes Münster, Jürgen Rost, darauf hin, dass sich alle an seine Anweisungen zu halten haben.

Denn nicht nur auf den riesigen Flächen, sondern auch auf den Wegen könnten noch Munitionsreste liegen. "Wir geben viel Geld für ihre Sicherheit aus, sind aber nur 90 Mitarbeiter, die für insgesamt 45000 Hektar zuständig sind", erklärte Rost. Es würde noch Jahre dauern, bis es einen Überblick über die Munitionsrückstände gäbe und das Gebiet für die Öffentlichkeit frei gegeben werden könnte. Zudem müssen die Besitzverhältnisse noch geklärt werden, bevor eine Planung entstehen kann. Es sind schon einige Interessenten vorhanden, zum Beispiel die Naturschutzverbände.

Enteignungen

Seit 2005 sind die deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks unter der Dachmarke "Nationale Naturlandschaften" vereint. Der gemeinsame Auftritt unterstütze die Kommunikation einheitlicher Inhalte und Ziele der Großschutzgebiete.

Seit 1949 war das Gebiet mit unterschiedlichen Militäreinheiten der Nato belegt. 1953 wurden Enteignungen vorgenommen, wobei Lavesumer Landwirte auch Flächen verkauften oder Ausgleichsflächen bekamen.

Start: Dorfplatz

Die Radtour am Samstag begann am Dorfplatz in Lavesum. Der Weg durch die Weiße Venn-Geisheide führte durch alle Bereiche der vier Schießplätze. Nicht nur die wunderbare Natur - tolle Aussichten bis fast nach Dülmen - sondern auch kulturelle Funde sahen die Teilnehmer. Zum Beispiel die Reste eines künstlich angelegten Irrgartens, der nach dem Ersten Weltkrieg von Kriegsgefangenen angelegt wurde. Oder die Mauerreste der ehemaligen Villa Krupp und die Fischteiche.

Nach drei Stunden endete die Tour an der Schießbahn an der Merfelderstraße. Hier hatte Andreas Vorfrei von der CDU Tische und Bänke aufgestellt, sodass die Radler sich bei Kaffee, Kuchen und Getränken entspannen konnten.

Begeisterte Teilnehmer

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es sehr beeindruckend und informativ war. Klaus Rohlf von der Freiwilligen Feuerwehr Lavesum war begeistert, dieses Gebiet einmal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. "Mein Wunsch wäre es, dass der Hülstener Weg für Radfahrer und Fußgänger wieder freigegeben würde", sagte Karl Seine.

Da das Interesse so hoch war, aber nur wenige mitfahren durften, wird wahrscheinlich noch einmal eine Führung durch die CDU Lavesum organisiert. "Es ist schön, dass das Interesse an unserer heutigen Fahrradtour so groß ist", bedankte, sich Josef Hovenjürgen als Vorsitzender des CDU Ortsverbandes Lavesum bei den vielen Radfahrern.Ulla Bönig

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