Falsche Diagnosen durch „Dr. Google“

Ärztesprecherin warnt

Immer häufiger geben Patienten ihre Symptome in Internet-Suchmaschine ein und stoßen auf die scheinbar passende Krankheit. Auch in Haltern kommt so etwas vermehrt vor. Ärztesprecherin Beate Michel ärgert dies zwar, sie nimmt aber alle Sorgen der Patienten ernst.

HALTERN

, 26.07.2016, 17:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Falsche Diagnosen durch „Dr. Google“

Googelt man allein den Begriff „Halsschmerzen“, erscheinen die wildesten Theorien. Das beunruhigt viele Ärzte, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt. Mehr als die Hälfte von 804 befragten Ärzten in Deutschland, darunter Allgemeinmediziner, Internisten, Gynäkologen sowie Chirurgen, fanden es problematisch, dass sich Patienten vor dem Praxisbesuch im Internet informierten.

Fachportale nutzen

Halterns Ärztesprecherin Beate Michel, selbst Ärztin für Allgemeinmedizin mit eigener Praxis an der Holtwicker Straße, hat generell kein Problem damit, dass sich die Patienten im Internet über ihren Krankheitsstand informieren. Sie selbst nutzt ebenfalls Fachportale. „Ich gebe den Patienten dann schon mal einen Text mit, mit dem sie sich über ihre Symptome informieren können“, erklärt Michel, „aber diese Texte habe ich mit meinem Fachwissen im Hinterkopf vorher geprüft. Die Patienten können die zum Großteil ungefilterten Texte im Internet aber nicht einschätzen.“

Eigene Erfahrung

Michel spricht aus eigener Erfahrung. „Als ich im dritten oder vierten Semester meines Medizinstudiums war, ging es mir auch so. Ich las die Texte und dachte mir plötzlich die wildesten Theorien aus, selbst bei einem einfachen Pickel“, sagt die Allgemeinmedizinerin.

Wichtig sei, die Patienten trotz ihrer falsch gestellten Diagnosen ernst zu nehmen. „Wenn ich den Patienten dafür auslachen würde, wäre das Vertrauensverhältnis gestört“, so Beate Michel. Stattdessen tut sie alles, um dem Patienten die richtige Diagnose aufzuzeigen. Oftmals reiche dafür bereits eine Blutabnahme.

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