FDP Haltern sieht Schieflage: Jugendliche werden zu wenig gehört

Zukunftswerkstatt

Was die FDP im Wahlkampf angekündigt hatte, will sie jetzt in die Tat umsetzen: Junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren sollen durch Zukunftswerkstätten an lokaler Politik beteiligt werden.

Haltern

, 01.08.2021, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Oliver Bußmann, Torsten Dederichs und Leonie Gurowski arbeiteten das Konzept für Zukunftswerkstätten aus. Ziel ist, die junge Generation in die Lokalpolitik einzubinden.

Oliver Bußmann, Torsten Dederichs und Leonie Gurowski arbeiteten das Konzept für Zukunftswerkstätten aus. Ziel ist, die junge Generation in die Lokalpolitik einzubinden. © Privat

Echte Politik aus dem Blickwinkel der Jugend findet kaum statt, sagt die Halterner FDP. Daran soll sich etwas ändern. Die Partei beantragt bei Bürgermeister und Stadtrat, Zukunftswerkstätten einzurichten als Möglichkeit für junge Menschen, Politik in Haltern mitzugestalten. Unterzeichner und Wegbereiter dieser Idee sind Ratsmitglied Oliver Bußmann, FDP-Vorsitzender Torsten Dederichs und Leonie Gurowski als Vorsitzende der Jungen Liberalen.

„Wir möchten für unsere Stadt die frische Sicht der Jugendlichen auf die Welt, ihre große Kreativität und ihren Tatendrang nutzen“, sagt Torsten Dederichs. Er hatte die Idee bereits als Bürgermeisterkandidat für Haltern (2020) in seinem Programm stehen.

„Lebenswelt der Jugend ist für Parlament zu dynamisch“

Jugendliche seien durchaus an Politik interessiert, sagt Torsten Dederichs, fühlten sich aber zumeist ausgeschlossen und in ihrer Meinung nicht wertgeschätzt. Die Versuche, deshalb ein Jugendparlament in Haltern am See zu gründen, sind bislang gescheitert. „Für ein oft mehrere Jahre dauerndes, verpflichtendes Engagement ist die Lebenswelt der Jugendlichen in der Regel zu dynamisch“, glaubt Dederichs. Die FDP will deshalb einen anderen Weg gehen.

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Die Liberalen wünschen sich Beteiligungsformate, die einen Projektcharakter haben. In einer Zukunftswerkstatt sollen Kritik und Verbesserungsideen von Jugendlichen von Verwaltung und Politik abgerufen werden. Aber auch die Kaufmannschaft oder Vereine könnten sich, so der Gedanke, bislang eher unbekannte Sichtweisen der jungen Generation zu Nutze machen. „Die Zufriedenheit und die Identifikation mit Haltern steigen, wenn junge Menschen sehen, dass ihr Engagement zu Ergebnissen führt“, heißt es in dem Konzeptpapier der FDP.

Drei Arbeitsphasen unter fachlicher Begleitung

In Haltern gebe es zwar einen gut funktionierenden Seniorenbeirat, aber im Gegenzug - abgesehen von der Arbeitsgemeinschaft 78 - keine vergleichbare Jugendbeteiligung. Die FDP sieht darin eine Schieflage.

Zukunftswerkstätten zeichnen sich dadurch aus, dass es sich bei jeder durchgeführten Werkstatt um ein in sich geschlossenes, zeitlich begrenztes Projekt handelt. Wichtig ist, Ergebnisse zu liefern.

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Die Arbeit zu unterschiedlichsten Themen läuft in drei Phasen ab: Kritikphase (es darf genörgelt werden), Fantasiephase (Ideen und Wünsche kommen auf den Tisch) und Realisierungsphase (welche Vorschläge sind umsetzbar?). Für eine Realisierung und qualitative Absicherung der Arbeit ist die Unterstützung durch die Stadt, durch einen noch zu gründenden Verein „Partnerschaft für Demokratie“ und die AG 78 notwendig. Ohne Fördermittel von Bund, Land oder EU sowie Sponsoring geht es ebenfalls nicht.

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