Fingerbiss nach Schützenfest - Freispruch für Halterner

Amtsgericht

HALTERN / MARL Nach dem Schützenfest 2008 hatte es zwischen drei Haltenern (20 bis 27 Jahre alt) gekracht. Einer von ihnen war vor dem Amtsgericht Marl wegen Körperverletzung angeklagt. Seine ungewöhnliche Tat, ein Biss in den Finger, blieb allerdings straffrei.

von Von Irene Stock

, 22.06.2009, 18:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fingerbiss nach Schützenfest - Freispruch für Halterner

Ein junger Arbeitsloser soll den rund ein Jahr zurückliegenden Streit angezettelt haben. Deswegen saß er gestern im Amtsgericht Marl auf der Anklagebank. Die drei anderen beteiligten Männer traten als Zeugen auf. Der Angeklagte gab zu, bereits im Zelt in eine Schlägerei verwickelt gewesen zu sein. Allerdings war keiner der drei Zeugen daran beteiligt. Ihnen begegnete der Angeklagte erst auf dem Nachhauseweg. Er sei angepöbelt worden, behauptete der Halterner. Die drei Zeugen berichteten allerdings unabhängig voneinander, dass das nicht der Fall gewesen sei. Vielmehr sei der Angeklagte plötzlich auf sie zu gerannt. „Zur Abwehr habe ich meinen Arm vors Gesicht gehalten“, so der Zeuge L. Das interpretierte der Angeklagte jedoch als Drohgebärde. Innerhalb von Sekunden eskalierte der Streit, in dessen Verlauf der Angeklagte den Zeugen L. in den rechten Zeigefinger biss und dem Zeugen C. die Jacke zerriss. Ein hinzu geeilter Schützenfestbesucher trennte die Männer schließlich.

„Sie hatten Rochus wegen der Auseinandersetzung im Zelt, mit der die drei Zeugen aber nichts zu tun hatten“, so Richter Michael Brechler zu dem Angeklagten. Er stellte deshalb das Verfahren gegen den Halterner ein. Diese Entscheidung traf er auch vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte noch eine „fette Geldstrafe“ wegen Körperverletzung zahlen muss. Dazu hatte ihn das Amtsgericht Remscheid am 4. März dieses Jahres verurteilt.

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