Flaesheimerin blickt mit Zuversicht in ihre Wahlheimat Ägypten

Zu Besuch in der Seestadt

Vieles werde dramatisiert und verallgemeinert, sagt Constanze Conrad. Die Meeresbiologin und Tauchlehrerin ist in Flaesheim aufgewachsen und lebt seit 1998 in Ägypten - und beobachtet seit Ende Juni von Deutschland aus die Ereignisse in ihrer Wahlheimat.

HALTERN

26.08.2013, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Constanze Conrad aus Flaesheim lebt seit 1998 in Ägypten am Roten Meer. Sie arbeitet unter anderem in einer Tauchbasis und klärt über die zerbrechliche Welt unter Wasser auf.

Constanze Conrad aus Flaesheim lebt seit 1998 in Ägypten am Roten Meer. Sie arbeitet unter anderem in einer Tauchbasis und klärt über die zerbrechliche Welt unter Wasser auf.

Junge Politiker gelten als Hoffnungsträger, die Bildung und Entwicklung des Sozialwesens als wichtigste Ziele sähen. „Sie wollen, dass die Menschen wieder eigenständig denken. Etwas, was der alte Präsident Mubarak den Ägyptern ausgetrieben hat.“ Alles, was gerade geschehe, sei grausam und dennoch ein gesunder Lernprozess. Die Gewalt richte sich auf keinen Fall gegen die Touristen. „Die Familien wollen Arbeit, damit sie nicht hungern müssen. Sie wollen Frieden.“

Der Tourismus bietet ihnen Existenzsicherheit. 15 Millionen Menschen leben von diesem Wirtschaftszweig, 56 verschiedene Berufe sind von einem Hotel abhängig. „Wenn wie in Marsa Alam von 42 Hotels wegen ausbleibender Touristen und einem gnadenlosen Preiskampf 16 geschlossen werden, ist das eine Katastrophe für die Familien“, verdeutlicht Constanze Conrad. Reisenden macht sie deshalb Mut. Kairo mit so vielen Einwohnern wie Nordrhein-Westfalen sei nur in bestimmten Bezirken gefährlich, auch in den Nord-Sinai würde die 45-Jährige derzeit nicht reisen. Aber eine Nilkreuzfahrt sei so bedenkenlos zu empfehlen wie ein Aufenthalt am Roten Meer.

Dort lebt sie, die in Bochum geboren und in Flaesheim aufgewachsen ist, selbst seit 1998. Constanze Conrad arbeitet in einer Tauchbasis, gibt meeresbiologische Seminare, unterstützt ehrenamtlich die gemeinnützige Organisation Reef Check und ein Schutzprogramm für Delfine. Außerdem führt sie ein College für Meeresbiologie. Sie leitet zudem Reisen durch interessante Länder der Erde, im Februar 2014 geht es in die Antarktis. Immer führt Constanze Conrad die Touristen unter wissenschaftlichen Aspekten abseits der ausgetretenen Pfade durchs Land. Ihr eigener Weg führt immer wieder zurück nach Ägypten. Constanze Conrads Liebe ist unerschütterlich: „Die Menschen sind gastfreundlich, offen, herzlich und teilen auch das letzte Stück Brot mit anderen. Ich fühle mich dort zu Hause.“   

  • Constanze Conrad wird während des Heimatfestes am kommenden Wochenende im City-Reisebüro (Lippstraße) sein. Dort spricht sie über die Riff- und Delfin-Projekte und über Ägypten, um die Angst vor einem Urlaub zu mildern.
Lesen Sie jetzt